21.06.2017
Klassiker der Luftfahrt

Aus den Protokollen des GeneralluftzeugmeistersKostenexplosion der Lastensegler Me 321 und Ju 322

Aus der Zeit nach der Übernahme der Funktion des Generalluftzeugmeisters seitens Erhard Milch (zwei Tage nach Ernst Udets Selbstmord) am 19. November 1941, sind zigtausende Seiten Protokolle und Notizen seines alltäglichen Wahnsinns erhalten geblieben. In Reinform läßt sich hier die ungeschminkte Realität des Ministeriums-Tagesgeschäftes nachvollziehen.

Messerschmitt - Me 323 001.jpg

Messerschmitts Me 323 Gigant, war analog zur Gotha Go 242/244, eine motorisierte Variante des Lastenseglers Me 321. Foto: KL-Dokumentation  

 

Im folgenden Auszug aus der Amtschefbesprechung 35 vom 21. Juli 1942 geht es in knappen Worten Milchs um den betriebenen Aufwand in der Großraum-Lastenseglerentwicklung der Messerschmitt Me 321 bzw. 323 und dessen Konkurrenzmuster Junkers Ju 322:

Messerschmitt - Me 321 001.jpg

Ein Messerschmitt Me 321 Gigant Lastensegler irgendwo an der Ostfront. Foto: KL-Dokumentation  

 

Die Entwicklung und der Bau von 200 Zellen Me 321 hat einen Kostenaufwand von 44,5 Millionen erfordert. Für die Me 323 ist für Entwicklung und Umbau auf 4 bzw. 6 Motoren pro Flugzeug der Betrag von 827.000,- RM aufgewendet worden.

Der Großsegler von Junkers hat einen Aufwand von 32,5 Millionen erfordert. Dieser unerhörte Aufwand hat zu einem Ergebnis geführt, das in keiner Weise befriedigt, und zeigt, daß bei der Verfolgung neuer Ideen mit äußerster Vorsicht verfahren werden muß, wenn Fehlleitungen von Material und Arbeit in großem Ausmaße vermieden werden sollen.



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