17.08.2018
Klassiker der Luftfahrt

Wiederaufnahme des FlugbetriebsJu-Air muss drei Auflagen erfüllen

Nach dem tödlichen Absturz einer Ju 52 in den Schweizer Alpen Anfang August nimmt die Ju-Air am Freitag den Betrieb mit ihren restlichen beiden Flugzeugen wieder auf.

Ju 52 der Ju-Air 2018

Die Ju-Air nimmt mit ihren verbliebenen Ju 52 den Flugbetrieb wieder auf. (Foto: Ju-Air).  

 

Der erste Flug nach dem Unglück am 4. August soll am Freitag um 16 Uhr in Dübendorf starten und nach Bensheim in Südhessen gehen. Das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erteilt der Ju-Air allerdings drei Auflagen: Bei Flügen müssen vorläufig Minimalhöhen eingehalten werden, die über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestflughöhe liegen. Zudem müssen die beiden verbliebenden Ju 52 ab sofort GPS-Datenaufzeichungsgeräte mitführen, die jeden Flug aufzeichnen. Während des Fluges sollen die Passagiere von nun an auch angeschnallt bleiben und sich nicht mehr wie bisher frei im Flugzeug bewegen. Das gelte auch für Besuche im Cockpit während des Fluges, so das BAZL.

Die Ju-Air hat bereits bekannt gegeben, die Auflagen vollumfänglich zu erfüllen. Sie basieren teilweise auf Vorschlägen des Vereins. "Da es noch keine konkreten Hinweise auf die Unfallursache gibt, ist es richtig, sich Gedanken über vorsorgliche, zusätzliche Sicherheitsmargen zu machen", so Kurt Waldmeier, CEO der Ju-Air. "Wir begrüßen das rasche Handeln des Bundesamts und werden die Auflagen ohne Ausnahme erfüllen."

Zudem wurden nach Angaben der Ju-Air in den vergangenen Tagen zusätzliche Kontrollen an den fast 80 Jahre alten Flugzeugen durchgeführt. "Dabei sind keine Besonderheiten zutage getreten. Unsere beiden Ju 52 sind ohne Einschränkung 'fit to fly'", so der Ju-Air-Technikchef Andreas Züblin. Eine weitere freiwillige Maßnahme ist das Forschungsprogramm "Ageing Aircraft" (dt. alternde Flugzeuge), das Ju-Air zusammen mit dem BAZL, der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und anderen Betreibern von militärischen Oldtimern vorantreibt. Dabei sollen langfristige Instandhaltungsmaßnahmen entwickelt werden.

Am 4. August war die Ju 52 mit der Kennung HB-HOT an der Westflanke des Piz Segnas in den Schweizer Alpen abgestürzt. Dabei waren alle 17 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Danach hatte Ju-Air freiwillig den Flugbetrieb ausgesetzt. 



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