11.11.2017
Erschienen in: 03/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Japanischer Jäger mit überragenden FlugleistungenNakajima Ki-44 Shoki

Als die Amerikaner im Juni 1944 ihre strategische Luftoffensive gegen Japan eröffneten, stand ihnen mit der Nakajima Ki-44 Shoki lediglich ein einziger echter Abfangjäger gegenüber, der jedoch mit überragenden Flugleistungen antworten konnte.

Die von Nakajima entwickelte Ki-44 Shoki war der japanische Jäger mit den besten Steigleistungen. Um auf eine Flughöhe von 5000 m zu kommen, benötigte er nur vier Minuten und 17 Sekunden. Seine überragenden Flugleistungen im oberen Höhenbereich konnte er bei der Verteidigung des heimatlichen Luftraums immer wieder nachweisen.

Die Entwicklung der Ki-44 Shoki reicht zurück bis in das Jahr 1939. Nakajima wurde damals vom Technischen Stab der Heeresflieger (Koku Hombu) aufgefordert, die Konstruktionsarbeiten an dem Muster Ki-43 Hayabusa fortzusetzen. Gleichzeitig erhielt die Firma aber auch die Spezifikationen für ein moderneres Jagdflugzeug mit echten Interzeptoreigenschaften. Entgegen früheren japanischen Entwurfsmethoden standen nunmehr Geschwindigkeit und Steigleistung eindeutig im Vordergrund, und zwar auf Kosten der Flugeigenschaften.

Man forderte von dem neuen, schwerbewaffneten Jäger unter anderem, dass er eine Flughöhe von 4000 m in weniger als fünf Minuten erreichen müsse. Ferner sollte seine Höchstgeschwindigkeit in dieser Höhe mindestens 600 km/h betragen. Um alle Forderungen erfüllen zu können, benötigte der mit dem Entwurf beauftragte Projektingenieur T. Koyama als erstes ein leistungsstarkes Triebwerk. Er entschied sich letztlich für den Nakajima Ha-41, der seine beste Leistung mit 1260 PS in 3700 m Höhe abgab. Dieser voluminöse luftgekühlte 14-Zylinder-Doppelsternmotor war vor allem für größere Kampfflugzeuge vorgesehen, die sich damals ebenfalls im Projektstadium befanden.

Trotz des großen Einbaudurchmessers dieses Triebwerks gelang den Konstrukteuren von Nakajima bei der Ki-44 eine elegante Gestaltung der Rumpfzelle. Sein Durchmesser führte auch zu einer ziemlich großen Seitensilhouette, was aber wiederum schon aus Stabilitätsgründen für Flugzeuge dieser Art von großer Wichtigkeit war. Die beiden Flügelhälften hatten zusammen eine aerodynamische Fläche von nur 15 Quadratmetern. An der Unterseite des gemeinsamen Mittelstücks waren sie mit besonderen Steuerklappen für den Luftkampf versehen.

Nach einem Jahr konnte das erste Musterflugzeug der Ki-44 (Werk-Nr. 4401) fertiggestellt werden. Im August 1940 startete die Maschine vom Flugplatz Ojima des Nakjima-Werks Ota zu ihrem erfolgreichen Jungfernflug. Ihm folgten nach verhältnismäßig kurzer Zeit die beiden nächsten Prototypen (Werk-Nr. 4402 und 4403). Charakteristisch war bei diesen drei Versuchsflugzeugen die aus drei Teilen bestehende Führerraumverkleidung, der dazugehörende Antennenmast, das nicht einziehbare Spornrad und eine Zusatztank-Aufhängestation an der Rumpfunterseite.


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