05.12.2018
Erschienen in: 04/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Kurze KarriereJagdgeschwader 75

Ursprünglich wollte die Luftwaffe zwei Geschwader mit dem Allwetterjäger F-86K Sabre aufstellen. Das JG 75 existierte in Leipheim jedoch nur sieben Monate und war der Vorläufer des JG 74 in Neuburg an der Donau.

Ja, es gab tatsächlich ein fünftes Jagdgeschwader der neu gegründeten Luftwaffe. Allerdings existierte das JG 75 nur ganze sieben Monate und geriet daher fast in Vergessenheit. Der Verband wurde ursprünglich als dritte Staffel der Waffenschule 10 am 16. Juli 1959 in Oldenburg aufgestellt und erhielt ab Ende August 1959 die ersten bei Fiat montierten North American F-86K Sabre. Insgesamt hatte die Luftwaffe 88 Exemplare des Allwetterjägers gekauft. Weil es in Oldenburg zu eng wurde und der vorgesehene Fliegerhorst in Neuburg an der Donau noch nicht fertig war, verlegte die Einheit nach der Anfangsausbildung am 1. Oktober 1960 nach Leipheim bei Günzburg. Dort erhielt sie unter Kommodore Major Fritz Wegner den Namen Jagdgeschwader 75.

Die Flugzeuge trugen Kennungen mit den Buchstaben „JE“. Der Aufenthalt in Leipheim war nur von kurzer Dauer. Am 1. Mai 1961 stand der Umzug nach Neuburg an, wo mittlerweile die Bauarbeiten abgeschlossen waren. Hier stellte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Josef Kammhuber, den Verband am 5. Mai 1961 offiziell in Dienst, allerdings nun als Jagdgeschwader 74. Zwischenzeitlich hatte sich nämlich erwiesen, dass die junge Streitkraft das geplante zweite Allwetterjagdgeschwader aufgrund von Personalmangel nicht aufstellen konnte. So blieb es beim JG 74. Rund 30 Jahre später kam die Bezeichnung JG 75 kurzzeitig wieder auf, als man nach der Wiedervereinigung das übernommene MiG-29-Geschwader mit dem JaboG 35 zusammenlegen wollte. Die neue Einheit wurde aber schließlich als Jagdgeschwader 73 in Laage aufgestellt.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 04/2013



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