08.11.2017
Erschienen in: 07/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Jagdflugzeug und -bomberHawker Hurricane

Der britische Jagdeinsitzer Hawker Hurricane trug in der Luftschlacht um England die Hauptlast bei der Bekämpfung deutscher Bomber. Damit erwarb sich das Flugzeug bei den Briten, neben seiner eleganteren Jäger-Schwester Spitfire, einen legendären Ruf.

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Das Leben der Hurricane begann 1933, als Hawker Aircraft sich an der Ausschreibung F.7/30 des britischen Air Ministry für einen schnellen Jäger beteiligte. Doch Hawkers Konzept für den Tiefdecker, damals mit offenem Cockpit, festem Fahrwerk und 600-PS-Motor, unterlag, übrigens genauso wie der frühe Spitfire-Vorläufer Type 300, dem rustikalen Doppeldecker Gloster Gladiator. Doch Hawker-Chefkonstrukteur Sidney Camm gab sich nicht geschlagen und rüstete, mit Unterstützung des Air Ministry, ab 1934 seinen Entwurf als F.36/34 für den gerade in der Entwicklung befindlichen, wesentlich stärkeren Rolls-Royce Zwölfzylindermotor PV-12 um.

Die überarbeitete Hurricane verfügte nun über ein Einziehfahrwerk, ein geschlossenes Cockpit und einen vergrößerten, auf das 1000-PS-Triebwerk abgestimmten Bauchkühler. Am 6. November 1935 startete Flight Lieutenant Bulman mit Prototyp K5083 in Brooklands zum erfolgreichen Erstflug. Noch ohne festen Auftrag begann Hawker schon im März 1936 mit der Vorbereitung der Großserienproduktion. Erst im Juni 1936 bestellte das Air Ministry das erste Los von 600 Flugzeugen. Nun erhielt der Jäger auch seinen offiziellen Namen: Hurricane.

Die erste Serienversion Hurricane Mk I nutzte den verbesserten Merlin II und erhielt eine Bewaffnung mit acht Browning-MG. Schon im Dezember 1937 übernahm die 111 Squadron in Northolt die ersten vier Flugzeuge. Ende 1938 wurden monatlich bereits acht Flugzeuge produziert. Noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erhielten auch Jugoslawien, Südafrika und Rumänien die Hurricane. Aufträge aus Kanada, Persien, der Türkei, Polen und Belgien gingen ebenfalls ein. Teilweise wurden auch die Montage oder der Lizenzbau angestrebt.

Beim Kriegseintritt Großbritanniens am 3. September 1939 standen der RAF 497 Hurricanes zur Verfügung. Am 8. September verlegten die No. 1, No. 73, No. 85 und No. 87 Squadron nach Frankreich. Am 30. Oktober 1939 errang eine Hurricane der No. 1 Squadron gegen eine Dornier Do 17 den ersten RAF-Luftsieg im Zweiten Weltkrieg. 1940 kamen im finnisch-sowjetischen Winterkrieg zwölf finnische Hurricanes zum Einsatz. In Norwegen setzte die RAF bald auch eigene Hurricanes ein, die versuchsweise mit Zusatztanks und sogar Schwimmern ausgestattet wurden.

Es war eine Hurricane der No. 145 Squadron, die am 8. August 1940 die ersten Schüsse der Luftschlacht um England auf Junkers Ju 87 der St.G 3 abgab. Unterdessen lief die Produktion der Hurricane in Brooklands und in einem neuen Werk in Langley sowie in den Lizenzwerken in Kanada und bei Gloster hoch.Technisch wurde die Hurricane im Lauf des Krieges mit Verstellpropellern, neuen Motorversionen, verbesserten Flügeln und mit bis zu zwölf MGs oder vier Bordkanonen als Bewaffnung aufgewertet. Außerdem verzichtete man auf die stoffbespannten Teile der Verkleidung und ersetzte diese, trotz kriegsbedingter Materialknappheit, durch Aluminium, wo es möglich war.


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Sebastian Steinke
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