23.12.2017
Erschienen in: 01/ 2017 Klassiker der Luftfahrt

Damn Good AirplaneHoward DGA

Es gibt einige große Namen in der Luftfahrtgeschichte. Zu Ihnen gehört Ben O. Howard, der mit seinen Renn­flugzeugen in den 30er Jahren erfolgreich war. Komfort und Leistung der Howards begeistern auch heute noch.

Benjamin „Benny“ Howard war nicht nur ein begnadeter Pilot, er war auch als Konstrukteur und Ideen­geber eine Ausnahmeerscheinung. In der Epoche des „golden age of aviation“, von Anfang bis Ende der 1930er Jahre, gelangen ihm einige noch heute respektable Rekorde und Erfindungen. Das Fliegen hat er sich mehr oder weniger selbst beigebracht und überlebte die Zeit des „Barnstorming“ – in der tollkühne Männer als eine Art fliegende Schausteller durch die Lande zogen und zeigten, was in ihren Flugzeugen steckte.

Zu dieser Zeit hatte er seine eigenen, bereits betagten Fluggeräte schon so modifiziert, dass sie deutlich schneller als die Ursprungsversionen flogen. Beispielhaft ist eine alte Lincoln Standard, die nach Flächenkürzung und Rumpfumbau 56 km/h schneller war als alle anderen Maschinen gleichen Typs. Als der Doppeldecker später den Besitzer wechselte, betitelten die neuen Eigentümer ihn als „damned good airplane“ („verdammt gutes Flugzeug“). Benny Howard nahm dies zum Anlass, fortan alle seine Konstruktionen mit „DGA“, den Anfangsbuchstaben dieses Spruchs, zu benennen. Somit waren die DGA-1 und DGA-2 noch Flugzeuge, die ohne jede Zulassung oder Zertifizierung flogen – es gab ja auch noch keine Luftfahrtbehörde.

Nach vielen Zwischenfällen im privaten wie gewerblichen Bereich, wie beispielsweise der Postfliegerei, wurde 1926 die Aeronautics Branch des Commerce Department ins Leben gerufen. Durch die Einführung von Luftfahrtstandards in Form von Gesetzen erkannte Howard auch für sich Chancen und erwarb seine kommerzielle Lizenz als Berufspilot. Bei Robertson Airlines angestellt, flog er die Ford Tri-Motor und konnte erstmals in seinem Leben mit einem regelmäßigen Gehalt rechnen. Täglich von St. Louis nach Chicago und wieder zurück wurde ihm allerdings schnell langweilig, und so begann er in seiner Freizeit, sich wieder schnellen Flugzeugen zu widmen.

Inzwischen nach St. Louis gezogen, lernte er den 18-jährigen Luftfahrtstudenten Gordon Israel kennen. In kurzer Zeit gelang es beiden, mit kleinem Budget die DGA-3 „Pete“, eine komplette Neukonstruktion, vom Reißbrett weg flügge werden zu lassen. Dieser kleine, weiße Tiefdecker mit offenem Cockpit und hängendem Reihenvierzylinder mit 90 PS Leistung sollte Bennys Einstieg in die Welt der Rennflugzeuge werden. Nicht ganz freiwillig: Als der geplante Rennpilot zu den 1930er Chicago Air Races nicht erschienen war, sprang Howard selbst ins Cockpit. Ohne Rennerfahrung entwickelte er seinen eigenen Flugstil, der sich dadurch auszeichnete, in Bodennähe zu fliegen und dann im hohen Bogen eng um die Pylonen herum zu jagen. „Pylonen-Polierer“ war sein Spitzname zu dieser Zeit. Mit „Pete“ nahm er an sieben Rennen teil und gewann zahlreiche Trophäen.


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Thomas Schüttoff, Philipp Prinzing


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