11.06.2013
Klassiker der Luftfahrt

Historische Do 17 aus der Nordsee geborgen

Mehr als 70 Jahre hat die Do 17 in 15 Metern Tiefe in der Nordsee vor der Küste Englands gelegen – nun hat das Royal Air Force Museum die Maschine geborgen, wird sie restaurieren und danach ausstellen.

Am späten Abend des 10. Juni war es geschafft: Die vom britischen Royal Air Force Museum unternommene Bergung des einzigen noch existierenden Flugzeugs des Typs Dornier Do 17! Am 26. August 1940 hatte der Bomber nach einem Angriff auf England und Flak-Beschuss eine Notwasserung vor der Küste von Kent versucht. Zwei der vier Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, die anderen beiden wurden Kriegsgefangene. Es handelt sich um die einzige verbliebene Maschine einer Flugzeugfamilie, die zwischen 1934 und 1944 in einer Anzahl von 2055 Maschinen gebaut wurde. Von Claude Dornier als Schnellverkehrsflugzeug konzipiert, wurde die Do 17 dann für den Kriegseinsatz als Bomber umgerüstet und kam so auch bei der Luftschlacht um England zum Einsatz.

Das Royal Air Force Museum hat nun mit der schwierigen Bergung ein Meisterstück vollbracht: Flugzeugbergungen aus der Tiefe können, vor allem, wenn sie zu schnell erfolgen, zum Abbrechen von Teilen wie besonders den Flügeln oder gar zum Auseinanderbrechen des Rumpfes führen. Das alles konnte bei der Bergung der Do 17 vermieden werden. Natürlich handelt es sich – nach mehr als 70 Jahren am Meeresgrund – um ein Flugzeugwrack, aber um eine so gut erhaltene Flugzeugstruktur, die eine Restaurierung in relativ kurzer Zeit ermöglichen wird. Die Dornier Do 17 lag auf der Goodwin Sandbank (Goodwin Sands) vor der Küste Kents am Südostzipfel Englands in 15 Meter Tiefe. Das Dornier Museum Friedrichshafen hat gemeinsam mit der EADS bereits die Vorarbeiten zur Bergung durch Lieferung von Konstruktionszeichnungen aus dem Archiv der Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt unterstützt.

Einen ausführlichen Bericht über die Bergung bringt "Klassiker der Luftfahrt" in der Ausgabe 6/2013, die am 15. Juli an die Kioske kommt.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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