28.12.2017
Erschienen in: 07/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

HimmelsräuberDouglas A-1 Skyraider

Als letztes trägertaugliches US-Großserienflugzeug mit Kolbenmotor genießt die Douglas Skyraider heute Kultstatus. Anders als ihre schlankeren Schwestern aus dem Zweiten Weltkrieg wurde die Skyraider noch jahrzehntelang als echter Warbird eingesetzt. Die geräumige Skyraider wird heute auch als Reiseflugzeug von wohlhabenden Sammlern genutzt. Knapp 20 Skyraider gelten noch als flugfähig.

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Der Sturzkampfbomber und Erdkämpfer Douglas AD Skyraider (Himmelsräuber) war das stärkste in Großserie gebaute einmotorige Trägerflugzeug der US Navy. Der aus der Boeing B-29 bekannte, mächtige 18-Zylinder-Sternmotor Wright R-3350-26B als Antrieb verhalf dem voluminösen Einsitzer zu enormer Waffenzuladung und Ausdauer.

Damit war die noch auf eine Ausschreibung aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgehende Skyraider der Gipfel des Trägerflugzeugbaus mit Sternmotoren. Mit 3180 gebauten Flugzeugen bis 1957 und bei erfolgreichen Einsätzen im Korea-, Algerien- und Vietnamkrieg bewies der zunächst einsitzige Tiefdecker seine erstaunlichen Fähigkeiten und seine Vielseitigkeit. Es gab acht Versionen und 37 Unterbauarten, darunter sogar ein Träger-Atombomber AD-4B.

In nur einer Nacht hatten Douglas-Chefingenieur Ed Heinemann, Chefkonstrukteur Leo Devlin und Chefaerodynamiker Gene Root Anfang 1944 die Skyraider als Sturzkampfbomber konzipiert, nachdem sie mit der älteren Douglas  BTD-1 gegen härteste Konkurrenz bei einem Navy-Großauftrag zu scheitern drohten. Die erste XBT2D-1 (Seriennummer 1913, Navy BuNo 09085) startete am 18. März 1945 mit LaVerne Brown am Steuer. Nach nur fünf Wochen konnte die Flugerprobung, ohne größere Schwächen aufzudecken, abgeschlossen werden. Im November 1946 flog das erste Serienflugzeug.
Ihre Feuertaufe erlebte die Skyraider im Koreakrieg als zweisitzige und gestreckte AD-5. Hauptsächlich diente sie als Erdkämpfer, konnte aber nach schneller Umrüstung auch vier liegende Verwundete im Rumpf, vier sitzende Reisende oder zwölf Soldaten auf Stoffbänken befördern. Bis zu 6,7 Tonnen Waffenlast passten unter die Flügel. Damit stellte die Skyraider 1953 in Dallas sogar einen Weltrekord auf.

Trotz oder gerade wegen ihrer geringen Reisegeschwindigkeit bildete die sehr wendige und kraftvolle Skyraider eine gute Ergänzung zu den frühen Düsenjägern mit ihrer oft nur kurzen Reichweite und Flugdauer. Auch bot die Skyraider viel Platz für klobige und schwere Ausrüstung, wie Radar-, Stör- und Aufklärungsgeräte.

Im Vietnamkrieg nahm die Skyraider mit den Spitznamen „Sandy“ oder „Spad“ (nach dem französischen Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg) auch an zahlreichen Rettungseinsätzen für abgeschossene Piloten teil. Dabei hielten Skyraider den einschwebenden Rettungshubschraubern über der Absturzstelle den Rücken frei und bekämpften Angreifer am Boden. Zu den auswärtigen Betreibern der Skyraider gehörten Großbritannien (Skyraider AEW), Frankreich, Kambodscha, Südvietnam, Schweden (als Zielschlepper), Gabun, Tschad und die Zentralafrikanische Republik


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Sebastian Steinke


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