12.12.2016
Klassiker der Luftfahrt

Heinkel He 162 darf an die FrontStrahler im Endkampf

Aus der Zeit nach der Übernahme der Funktion des Generalluftzeugmeisters durch Erhard Milch (zwei Tage nach Ernst Udets Selbstmord) am 19. November 1941 sind zigtausende Seiten Protokolle und Notizen seines alltäglichen Wahnsinns erhalten geblieben. In Reinform läßt sich hier die ungeschminkte Realität des Ministeriums-Tagesgeschäftes nachvollziehen.

IN DIESEM ARTIKEL

Selbst die schleichende Entmachtung Milchs nach der Gründung des Jägerstabes unter der Regie Speers und Saurs hielt Milch nicht davon ab, die Protokolle zu sammeln. Die erfolgreiche Arbeit des Jägerstabes führte Mitte 1944 zu einer erneuten Namensänderung, um die Bomber nicht zu benachteiligen – nunmehr tagte der Rüstungsstab. Am 1. August 1944 verfügte der Reichsmarschall eine erneute Änderung: Die Dienststelle „Chef der Technischen Luftrüstung (Chef TLR)“ wurde aufgestellt.

Im folgenden Auszug (im originalen Wortlaut) aus dem Kriegstagebuch des Chef TLR vom 15. März 1945 wird die He 162 (Erstflug am 6. Dezember 1944) trotz einiger Probleme für den Einsatz freigegeben. Wem noch nicht bewußt sein sollte, unter welchen Begleitumständen sich der Einsatz der 162 bewegen sollte, mag die „Eigene Lage“ aus dem KTB TLR Berichtswoche 16.3.1945 bis 4.4.1945 entnehmen.

Marton Szigeti

B. Einzelaufgaben

I. Flugzeuge – 8 – 162

Freigabe: Für die ersten zur Ablieferung bereitstehenden Serienflugzeuge wurde Freigabe in Form einer vorläufigen Fluggenehmigung ausgesprochen, zunächst Beanspruchungsgruppe H4 mit gewissen Geschwindigkeitsbeschränkungen:

Va in 5 km: 700 km/h

Va in 5-7 km: 600 km/h

Va in 9-10 km: 400 km/h.

Einweisflüge der Truppe dadurch bereits jetzt im Rahmen des Vertretbaren möglich.

Stabilisationsschwierigkeiten:

Zur Beseitigung der Stabilisationsschwierigkeiten wurden von DVL Leitbleche an der Landeklappe angebracht. Änderung rückwirkend für alle Flugzeuge.

Betriebsfestigkeit und Flattersicherheit:

DVL wurde mit der Untersuchung und den entsprechenden Versuchen beauftragt.

Auffangstaffel 2./JG 1:

10 Flugzeugführer in Wien unter Ltn. Hachter mit M19; die Männer wurden mit dem Flugzeug gut fertig und äußerten sich positiv.

Vorläufige Flugleistungen:

Erflogen am 3.3.1945: Vw = 960 km/h in 3800 m, Flugzeug dabei stabil.


WEITER ZU SEITE 2: Lagebericht des Chef TLR - März 1945

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msz
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