09.03.2017
Erschienen in: 01/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

KolbenjägerHawker Sea Fury

Nur noch etwa 30 Sea Fury, ein großer Teil aus ehemaligen irakischen Beständen, sind bis heute flugfähig erhalten geblieben. Trotzdem werden die umgebauten Jäger noch heute bei verschleißintensiven Luftrennen in den USA eingesetzt.

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Sydney Camms Hawker Sea Fury gehört mit einer Höchstgeschwindigkeit von 740 km/h zu den schnellsten Kolbenjägern der Welt.

Der seit 1942 entwickelte Nachfolger der Hawker Tempest II hob jedoch erst am 21. Februar 1945 zum Erstflug ab und kam für den Zweiten Weltkrieg  zu spät. Während die RAF 200 bereits georderte „Fury“ wieder abbestellte, setzten die britischen Marineflieger ab Mai 1948 die „Sea Fury“ mit Klappflügeln erfolgreich als Trägerflugzeug ein. Im Koreakrieg erhielt die Sea Fury ihre Feuertaufe, wobei es am 9. August 1952 zu einem berühmten Duell von vier Fleet Air Arm Sea Fury Mark 11 der 802 Squadron gegen acht, vermutlich chinesische, MiG-15 kam. Dabei wurde eine MiG abgeschossen, nachdem sie sich in niedriger Höhe auf einen langsamen Kurvenkampf mit einer, in dieser Disziplin besonders starken, Sea Fury eingelassen hatte.

Der offiziell dem Formationsführer, Commander Peter „Hoagy“ Carmichal, zugeschriebene Jet-Abschuss mit seiner Sea Fury WJ232 machte den Marineoffizier in Großbritannien zum Medienhelden. Rückwirkend wurde der eigentliche Abschuss aber auch von seinem Formationskameraden Unterleutnant Brian Ellis beansprucht und im Detail geschildert. Fest steht, dass die schnelle, leichte und wendige Sea Fury neben ihrer Rolle als Erdkämpfer auch noch als Abfangjäger mithalten konnte.

Gerade auf Flugzeugträgern, wie der HMS Ocean, waren frühe Jets zunächst noch keine vollwertige Alternative. Als Schwachpunkt der Sea Fury galt allerdings ihr empfindliches und unzuverlässiges Centaurus-Triebwerk, ein luftgekühlter, 2480 PS starker 18-Zylinder-Doppel-Sternmotor mit Supercharger.

Die Hawker Fury und Sea Fury wurden auch von anderen Commonwealth-Staaten genutzt, darunter von Kanada und Australien. Ebenso erhielten die Niederlande, Pakistan, Ägypten, Burma, Kuba und der Irak Lieferungen. Fokker produzierte die Sea Fury ab 1948 sogar in Lizenz. Ende der fünfziger Jahre verschwand die Sea Fury aus britischen Frontdienste.

18 doppelsitzige Sea Fury Mark 20-Trainer aus den Niederlanden und ein britischer Einsitzer gelangten zwischen 1959 und 1960 an den „Deutschen Luftfahrt Beratungsdienst“ in Lübeck. Hier flog der nun rot und orange lackierte Ganzmetalljäger noch bis 1976 unbewaffnet und unter ziviler Registrierung als Zielschlepper für die Bundeswehr. Dazu erhielten die Sea Fury eine Winde in einer tropfenförmigen Verkleidung an der rechten Cockpitseite. Immerhin fünf Flugzeuge gingen bis 1970 durch Unfälle verloren. Hierbei sollen wiederholt aufgetretene Brüche im Abgaskrümmer der Centaurus-Triebwerke zu einer schleichenden Kohlenmonoxid-Vergiftung der im Zieldarstellerbetrieb ohne Sauerstoffanlage fliegenden Piloten geführt haben.

Der Sea Fury-Doppelsitzer VX302 aus Texas wird derzeit in der Werft Meier Motors in Bremgarten im deutschen Zieldarstellerrot restauriert.


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Sebastian Steinke
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