13.02.2018
Erschienen in: 03/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Der MarderbärGrumman F8F-1 Bearcat

Die trägertaugliche Grumman Bearcat gilt als einer der besten Propellerjäger der USA im Zweiten Weltkrieg. Allerdings erschien sie erst spät auf dem Kriegsschauplatz und musste sich schon bald der Konkurrenz durch Strahlflugzeuge geschlagen geben.

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Die Grumman F8F-1 Bearcat hatte ein um etwa 40 bis 50 Prozent günstigeres Verhältnis von Motorleistung zu Masse als die Hellcat oder Corsair und konnte, entscheidend für einen Abfangjäger, sehr schnell steigen, etwa 30 Prozent schneller als eine Hellcat. Zugleich war sie wendig, strukturell sehr widerstandsfähig und vertrug positive Beschleunigungen bis 7,5 g und negative bis 3,7 g. Dabei machte sie ihre Kompaktheit besonders geeignet für enge Trägerdecks. Auf eine Träger-Stellfläche für 36 Hellcats passten auch 50 Bearcats.

Die Entwicklung der Bearcat begann im Sommer 1943 auf Initiative des Luftfahrtingenieurs und Unternehmers Roy Grumman. Auf Firmenkosten ließ er einen leichten Abfangjäger, „Design 58“, als Hellcat-Nachfolger für den vielversprechenden Bedarf der US-Behelfsflugzeugträger von seinem Chefingenieur Bill Schwendler konzipieren. Doch die US Navy, die Anfang 1943 mit der McDonnell XFD-1 bereits ihren ersten Trägerjet in Auftrag gegeben hatte, suchte als Zwischenlösung bis zu dessen voller Einsatzbereitschaft für ihre neuen, großen Träger der Midway-Klasse eher einen Hochleistungs-Propellerjäger. Eine zusätzliche Tauglichkeit auch für kleine Behelfsträger forderte die Navy nicht. Die Bearcat konnte somit kompromissloser ausgelegt werden. Daraufhin erteilte die US-Marine Ende 1943 einen Vorauftrag für zwei XF8F-1-Prototypen mit PW-R- 2800-C- und -E-Motoren, den damals stärksten verfügbaren Kolbentriebwerken. Die C-Version des R-2800 nutzte einen zweistufigen Lader, die E-Version einen Lader mit verstellbaren Schaufeln.

Statt des ursprünglich geplanten, komplizierten Dreh-Schwenkflügel-Mechanismus („Sto-Wing“) wurden die Flügelspitzen zum Platz sparendenden Parken konventionell nach oben geklappt. Für den Fall struktureller Überlastung bei Luftkampfmanövern sah man Sollbruchstellen im Flügel vor, die beide äußeren Flügelspitzen zugleich hätten abbrechen lassen sollen. Diese Neuerung wurde nach Unfällen mit asymmetrisch abbrechenden Flügeln ab 1949 aus der kompletten Anfangsserie wieder ausgebaut.

Am 31. August 1944 startete Testpilot Robert L. Hall mit der XF8F-1 zum Erstflug. Schon im Oktober 1944 wurde der erste Serienauftrag für 2000 Flugzeuge erteilt. Er wurde im April 1945 verdoppelt. Außerdem hatte Eastern Aircraft im Februar 1945 einen Vorvertrag zum Bau weiterer 1876 Flugzeuge erhalten, der aber später wieder abgeblasen wurde.

Die Flugerprobung der Bearcat erbrachte hevorragende Flugleistungen und, bis auf anfängliche Probleme mit der Richtungsstabilität bei hohen Geschwindigkeiten, eine gute Steuerbarkeit. Deshalb wurde das Seitenleitwerk um 30 Zentimeter verlängert und eine Finne an der Heckunterseite hinzugefügt. Außerdem wurden die abwerfbaren Zusatztanks unter dem Rumpf mit kleinen Leitwerken nachgerüstet.


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Sebastian Steinke


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