04.11.2017
Klassiker der Luftfahrt

Zwischen Motorflugzeug und MotorseglerHistorischer Test: Fournier RF-7

Im Jahr 1970 flog Dieter Schmitt den Prototyp der Fournier RF-7. Wir veröffentlichen seinen Report über ein wegweisendes Flugzeug, das die Nische zwischen Motorsegler und leichtem Motorflugzeug füllen sollte.

Mit der RF-7 präsentiert der Konstrukteur René Fournier eine Neukonstruktion, die schon auf den ersten Blick seine Handschrift erkennen läßt. Seine Erfolgstypen RF-3, RF-4 D und RF-5 sind in den Fliegerkreisen der ganzen Welt bekannt. Berühmtheit erwarben sie durch spektakuläre Flüge wie die Atlantiküberquerungen der RF-4 D, aber dadurch allein läßt sich kein Flieger beeinflussen, wenn er ein Flugzeug kaufen will.

Die Robustheit der soliden Flugzeuge mit ihren in aller Welt bekannten VW-Motoren haben jedoch in kurzer Zeit sowohl Individualisten als Fliegergruppen davon überzeugt, daß der gute Ruf ehrlich erworben ist. Bei den oben genannten Typen, die bereits in mehreren hundert Exemplaren die Werkshalle verlassen haben, handelt es sich durchweg um Flugzeuge, die zunächst als Leichtflugzeuge entwickelt waren. Ohne Doppelzündung des Triebwerks wäre jedoch eine Zulassung als Motorflugzeug in Deutschland und auch in den meisten anderen Ländern (z. B. USA) nicht möglich gewesen. Damit wäre eine Einführung der gelungenen Konstruktionen in den meisten interessanten Absatzgebieten unmöglich geworden, besonders in Deutschland. Aber gerade hier erfolgte der große Start der RF-4 D und der RF-5 unter dem Begriff Motorsegler, da in diesem Falle Doppelzündung nicht erforderlich ist.

Es erwies sich wieder einmal mehr, wie groß die Auswirkungen eines Papiers sein können – in diesem Falle die deutschen Bestimmungen bezüglich der Zulassung von Leichtflugzeugen als Motorsegler –, wenn die geforderten Bedingungen erfüllt sind. In erster Linie handelt es sich dabei um die Erfüllung bestimmter Leistungen und die Möglichkeit einer leichten Handhabung durch Segelflugpiloten. Alle diese Bedingungen wurden auf Anhieb erfüllt, wenn auch teilweise nur knapp an der Grenze der Forderungen des Papiers. Insofern darf man also von positiven Auswirkungen der Bestimmungen über Motorsegler sprechen, die sonst in Fliegerkreisen durchaus umstritten sind. Sie haben uns die Einführung von sehr modernem, leistungsfähigem Fluggerät beschert, das endlich auch denen die Entfaltung ihrer fliegerischen Ambitionen ermöglicht, die nur über bescheidene finanzielle Mittel verfügen.

Wie schon bei den Testberichten der RF-4 D und RF-5 gesagt wurde, liegt die Betonung bei der Deutung des Begriffes Motorsegler bei diesen Typen auf dem Wort „Motor", und es ist kein Geheimnis, daß diese Flugzeuge kaum als Segler eingesetzt werden. Die Firma Sportavia-Pützer – der Hersteller – hat bewußt diese Marktlücke dicht an der Grenze zwischen Motorsegler und Leichtflugzeug ausgenutzt und hat, wie zu erwarten war, einen sehr großen Abnehmerkreis damit angesprochen. Die großen Verkaufsziffern sind dafür eindeutiger Beweis.


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