16.10.2017
Klassiker der Luftfahrt

Fieseler StorchStorch fliegt in Norwegen

Der 7. Oktober 2017 war für Tor Nørstegård ein besonderer Tag, nach elf Jahren und 9000 Arbeitsstunden konnte er im Cockpit seines Fieseler Storchs zum erneuten Erstflug starten. Der Norweger hat den aus französischer Produktion stammenden Kurzstarter selbst restauriert.

Fieseler Storch_Norwegen_Erstflug

Der Storch von Tor Nørstegård bei seinem Erstflug. Foto und Copyright: Erik Hoelsæter  

 

Die Arbeiten begannen für Tor Nørstegård und sein Team von Freiwilligen im Jahr 2006, mit der Restaurierung von drei Argus AS 10 Motoren für eine statische Ausstellung. Bereits ein Jahr später entschloss man sich, dass man doch auch ein ganzes Flugzeug wieder aufbauen könnte. Eine Basis wurde in den USA gefunden. Die Werknummer 1816, ein in Frankreich gebauter Storch, wurde erworben und nach Norwegen gebracht. Die Maschine, die laut Typenschild am 23. November 1944 fertiggestellt wurde, flog bis in die 1970er Jahre als F-BJQB in Frankreich und kam anschließend in die USA. Dort flog sie als N44FS. 

Fieseler Storch_Norwegen_Erstflug_Tor Nørstegård

Tor Nørstegård fliegt beim Erstflug über seine norwegische Heimat. Foto und Copyright: Erik Hoelsæter  

 

Nach der Ankunft in Norwegen begannen die Freiwilligen und Tor sogleich mit der Arbeit und diese dauerte ganze 11 Jahre und es wurden insgesamt rund 9000 Arbeitsstunden investiert. Hinzu kommen nochmals etwa 1000 Stunden, die Tor mit der Suche nach Teilen und der Dokumentation verbracht hat. Das hauptsächlich am Rechner.

Als es an die Lackierung ging, wurde nach einem historischen Vorbild gesucht und man entschied sich für die Fi 156 C3 H3+BF, die zum Stab/Jagdfliegerführer Norwegen gehörte. Ein historisches Foto, welches die Maschine im Dezember 1943 in Stavanger Forus zeigt, diente als Vorlage.

Der Erstflug auf dem historischen Kjeller Flugfeld, dieser gehört zu den ältesten noch offenen Flugfeldern weltweit, verlief ohne große Beanstandungen und nach 30 Minuten Flugzeug mussten nur kleinere Anpassungen vorgenommen werden. 

Die LN-WNS (Warbird of Norway Storch), so ist sie bereits seit 2012 registriert, wird nun bis zum Frühjahr wieder im Hangar verschwinden, bevor sie im kommenden Jahr für Airshows und Rundflüge zur Verfügung stehen wird. 



Weitere interessante Inhalte
Deltaflügler Avro 698 Vulcan

19.04.2018 - Der vierstrahlige strategische Deltaflügel-Bomber Avro Vulcan gilt als spektakulärstes Muster der drei „V-Bomber“ der Briten. Seit den fünfziger Jahren stellte die Vulcan die nukleare Abschreckung für … weiter

Kurze Karriere Jagdgeschwader 75

18.04.2018 - Ursprünglich wollte die Luftwaffe zwei Geschwader mit dem Allwetterjäger F-86K Sabre aufstellen. Das JG 75 existierte in Leipheim jedoch nur sieben Monate und war der Vorläufer des JG 74 in Neuburg an … weiter

Himmelsräuber Douglas A-1 Skyraider

17.04.2018 - Als letztes trägertaugliches US-Großserienflugzeug mit Kolbenmotor genießt die Douglas Skyraider heute Kultstatus. Anders als ihre schlankeren Schwestern aus dem Zweiten Weltkrieg wurde die Skyraider … weiter

Überschalljäger Die Century-Series-Jets der US Air Force

17.04.2018 - Die berühmten Überschalljäger mit einer Typenbezeichnung ab 100 bildeten lange Zeit nicht nur im Bereich der Abfangjagd - wie die F-102 Delta Dagger und F-106 Delta Dart - das Rückgrat der US Air … weiter

Fotodokumente Flugboote der Short Brothers

17.04.2018 - Die Brüder Eustace, Oswald und Horace Short waren schon früh von der Luftfahrt fasziniert und gründeten bereits 1908 ihr eigenes Unternehmen zum Bau von Flugzeugen. Die Firma aus dem nordirischen … weiter


Klassiker der Luftfahrt 04/2018

Klassiker der Luftfahrt
04/2018
09.04.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Todestag: Manfred von Richthofen
- Hitler Attentat: An Bord mit von Stauffenberg
- Kanadisches Fliegerass George Beurling
- Grumman FM-2 Wildcat
- Spitfire PR XI