16.04.2018
Erschienen in: 10/ 2016 FLUG REVUE

Jet am HakenRyan X-13

In den 1950er Jahren testeten die US-Streitkräfte alle möglichen und unmöglichen Senkrechtstarter. Die Ryan X-13 verzichtete dabei auf ein Fahrwerk und hakte sich nach dem Schwebeflug in ein Startgestell ein.

Schon 1946 zeigte sich Claude T. Ryan an der Entwicklung eines Senkrechtstarters mit Jetantrieb interessiert, wie er zu jener Zeit von der US Navy untersucht wurde. Ben Salmon, einer der führenden Ingenieure des Unternehmens, machte sich mit einem kleinen Team an Konzeptstudien, wobei als Triebwerk rasch das Rolls-Royce Nene 8C ausgewählt wurde. Ein formaler Auftrag der amerikanischen Marine im April 1947 ermöglichte die Überprüfung diverser Antriebskonfigurationen, unter anderem mit Hilfsraketen und geteilten Schubdüsen. 

Generell bevorzugte Ryan eine Auslegung mit einer schwenkbaren Schubdüse und kleinen, drehbaren Düsen an den Flügelenden, die mit Triebwerkszapfluft betrieben wurden. Diese Ausführung wurde ab 1948 mit neuen Geldern der Navy auf einem eigens errichteten Teststand in San Diego erprobt – diesmal unter Verwendung eines General-Electric-J33-Triebwerks. Das kardanisch aufgehängte Stahlrohrgestell mit dem Triebwerk und den Leitungen wurde monatelang erprobt, bis am 20. Oktober 1951 der erste um alle Achsen voll kontrollierte, aber noch gefesselte „Flug“ gelang. Der erste Freiflug, bei dem das Gestell nur noch durch Seile gesichert war, folgte am 31. Mai 1951.

Ausgehend von diesen Erfolgen schlug Ryan im September 1951 der Navy den Bau eines Versuchsträgers vor. Dort zeigte man sich sehr zurückhaltend, vielleicht, weil im Frühjahr bereits Aufträge für die Convair XFY-1 und Lockheed XFV-1 vergeben worden waren. Diese „Tailsitter“ hatten Turboproptriebwerke mit großen, gegenläufigen Propellern. Immerhin gab es schließlich etwas Geld für Windkanalversuche und Designstudien. Im Sommer 1953 war dann aber klar, dass die Navy kein Geld mehr für derartige Projekte hatte.


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