05.05.2017
Klassiker der Luftfahrt

Der Dolch sticht nicht (Teil 3) Erstmals Überschallgeschwindigkeit

kl 05-2009 Douglas X-3 (2) (jpg)

Die Flugversuche fanden über den Salzseen der heutigen Edwards Air Force Base statt. Foto und Copyright: Boeing  

 

Der offizielle Erstflug, der etwa 20 Minuten dauerte, datiert vom 20. Oktober 1952. Dabei stellte Bridgeman schnell die völlig unzureichende Triebwerksleistung fest. Zudem war Feinfühligkeit bei den Steuereingaben gefragt, denn um die Querachse reagierte die X-3 trotz vergrößertem Höhenleitwerk sehr nervös.

Beim siebten Flug im Juli 1953 schaffte Bridgeman erstmals Überschallgeschwindigkeit. Dazu war aber ein 15-Grad-Bahnneigungsflug aus fast 11 000 Metern notwendig. In 7900 Metern Höhe zeigten die Instrumente schließlich Mach 1.1. Als absolute Höchstgeschwindigkeit der X-3 wurden am 28. Juli Mach 1.208 registriert. Dafür war ein Flug im 30-Grad-Winkel nötig, denn im Horizontalflug war die Stiletto gerade einmal Mach 0.95 schnell.

Insgesamt absolvierte Bridgeman bis zum Dezember 25 Erprobungsflüge mit einer Gesamtdauer von elfeinhalb Stunden. Dabei gab es auch einige kritische Momente wie einen Triebwerksausfall mit anschließender Notlandung. Ein anderes Mal heizte sich das Heck bei Sideslip-Manövern durch den Abgasstrahl auf 315 Grad Celsius auf, was weit über dem Entwurfslimit lag. Deshalb wurde eilends ein zusätzliches Hitzeschild montiert.

Als die X-3 nach der Werkserprobung an die Air Force übergeben wurde, hatte diese das Interesse an dem Versuchsflugzeug weitgehend verloren. Schließlich standen zu diesem Zeitpunkt Muster wie die North American F-100 Super Sabre oder die Convair F-102 vor der Truppeneinführung – mit Leistungen, die zum Teil sogar besser waren als die der Stiletto. Trotzdem führte sie ein kurzes Versuchsprogramm durch. Dafür wurden Oberstleutnant Frank Everest und Major Charles „Chuck“ Yeager eingeteilt, die beide wenig beeindruckt waren. Everest erklärte später sogar, dass die X-3 eines der schwierigsten Flugzeuge seiner Karriere gewesen sei. Immerhin erzielte er mit 12 590 Metern die größte Flughöhe des X-3-Programms.


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