10.05.2016
Klassiker der Luftfahrt

Fieseler Fi 156Happy birthday Storch

Vor 80 Jahren startete das legendäre Kurzstartflugzeug Fieseler Storch zum ersten Mal. Am 10. Mai 1936 hob Gerd Fieseler selbst auf dem Flugplatz Kassel-Waldau zum Erstflug ab. Die Konstrukteure waren Reinhold Mewes und der technische Direktor Erich Bachem. Entwickelt und gebaut wurde der Storch in den Gerhard-Fieseler-Werken in Kassel.

Fieseler Storch Aero-Kros

Einer der Fieseler Störche in Polen. Foto und Copyright: Philipp Prinzing / MPS  

 

Der Fieseler Storch ist für viele Luftfahrt-Enthusiasten der Inbegriff des Kurzstartflugzeugs. Die Startrollstrecke ist mit etwa 75 Metern angegeben. Was jedoch viel beachtlicher ist, ist die Landestrecke. Die liegt bei gerade einmal 25 Metern. Diese beiden Fähigkeiten und seine guten Langsamflugeigeneschaften machten den Storch zu einem universell einsetzbaren Flugzeug. Die Mindestfluggeschwindigkeit lag bei unter 50 Kilometern pro Stunde. Bei entsprechendem Gegenwind konnte der Storch sogar in der Luft stehen und sich rückwärts bewegen.

Langsamflug dank Vorflügeln

Das verdankte der hochbeinige (daher der Name Storch) Schulterdecker den starren Vorflügeln, die über die gesamten 14,27 Meter Spannweite reichten, sowie den Schlitz-Querrudern und den großen Landeklappen. Diese Eigenschaften machten den Fieseler Fi 156 Storch zum vermutlich besten propellergetriebenen STOL-Flugzeug des Zweiten Weltkriegs. Gebaut wurden die Störche nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Tschechoslowakei, dort sogar bis 1949, und in Frankreich bei Morane-Saulnier. Auch die Franzosen produzierten nach dem Krieg weiter, der Name änderte sich jedoch. So wurde aus dem Storch eine Grille (Criquet). Heute über 70 Jahre nach dem Kriegsende sind die meisten fliegenden Störche ebensolche aus französischer Nachkriegsproduktion. Einige Bauteile haben sich in den Jahren der Fertigung den neuen Bedürfnissen angepasst und so erhielten die Grillen einen Sternmotor der Firma Salmson oder Jacobs und die leichten Holztragflächen wurden ersetzt durch Flächen aus Metall. 

Störche in Polen

Um die Storchpopulation zu schützen und wieder erstarken zu lassen, hat es sich der Schweizer Verein „Freunde des Fieseler Storch“ zur Aufgabe gemacht möglichst viele der Maschinen zu finden, zu retten und restaurieren zu lassen. Diese Restaurierungen finden im polnischen Krosno bei der Firma Aero-Kros statt. 

Das heutige Video zeigt einen Flug in einem der Störche des Vereins. Dieser ist ausgestattet mit einem Lycoming-Motor und verfügt über ein Doppelsteuer. 



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