28.09.2017
Erschienen in: 06/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Allrounder (Teil 4) Nachtjagdvarianten der Bf 110

kl 06-2011 Messerschmitt Bf 110 Erstflug (02)

Mit der C-Version begann die Massenproduktion der Bf 110. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Die G-Baureihe war die letzte, die zunächst noch für Einsätze bei Tag vorgesehen war. Mehr und mehr waren Bf 110 schon seit dem Sommer 1942 für Nachtjagdeinsätze verwendet worden. Zunächst handelte es sich lediglich um mit Auspuff-Flammendämpfern nachgerüstete Bf 110 C, D und E. Erst ab dem Frühjahr 1942 wurden verschiedene Bf 110 mit dem Telefunken-Radar FuG 202 Lichtenstein BC nachgerüstet. Mit der G-4/R3 erhielten Anfang 1944 die Nachtjagdverbände die erste reine Nachtjägervariante der Bf 110. Ihr neues FuG 220b Lichtenstein SN2 konnte Flugzeuge in bis zu 4000 Metern Entfernung und in einem Winkel von 120 Grad horizontal und in einem Winkel von 100 Grad vertikal erfassen. Gegen Kriegsende wurde die Funkmessanlage noch um ein passives FuG 227/1 erweitert. Mit dem „Hirschgeweih“ der Antennenanlagen wuchs der schädliche Widerstand der Bf 110 erheblich. Trotz einiger aerodynamischer Verfeinerungen der Antennen gab es erhebliche Einbußen bei der Geschwindigkeit. Auch litt die Flugstabilität um die Hochachse. Größere Seitenleitwerke sollten dies kompensieren.

Eine besondere Nachtjagdvariante war noch die G-4/R8 mit zwei nach schräg oben feuernden MG FF/M im hinteren Cockpit. Die so genannte „schräge Musik“ war schon ab Juli 1943 bei der II./NJG 5 erfolgreich erprobt worden. In Parchim wurde deshalb eine ganze Reihe Bf 110 entsprechend ausgerüstet. Ihre Anpassungsfähigkeit an viele Rollen – vom Zerstörer über Jäger, Jagdbomber, Nachtjäger bis hin zum Aufklärer – war die eigentliche Stärke der Bf 110. Ersatz für sie boten weder die Me 210 noch die Me 410. Deshalb wurden erst im Februar 1945 die letzten 17 Exemplare montiert. Neben Messerschmitt in Augsburg (ehemals BFW) fertigten auch Focke-Wulf in Bremen, die Gothaer Waggonfabrik und die MIAG in Braunschweig (ab 1941 Luther & Jordan) die Bf 110. Die Gesamtzahl aller Bf 110 lässt sich nicht mehr exakt ermitteln. Offenbar wurden 6043 Werknummern vergeben. Die Listen der Bauaufsicht, BAL, führen 5930 Flugzeuge. Andere Statistiken ergeben 6031 Bf 110. Danach war mit 3268 Exemplaren die G-Serie die meistgebaute Version.


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