28.09.2017
Erschienen in: 06/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Allrounder (Teil 3) Im Luftkampf unterlegen

Mit der D-Version, die ab März 1940 teilweise parallel zur Bf 110 C gebaut wurde sollte deren Reichweitendefizit wieder ausgleichen. Versuche mit einem „Dackelbauch“ genannten 1050 Liter fassenden Zusatztank unter dem Rumpf erwiesen sich als nicht besonders erfolgreich. Dennoch flossen Aufnahmen für den Tank zunächst einmal in die Serie ein. Erfolgreicher war die als Langstreckenjagdbomber ausgelegte D-2, die an zwei ETC-Trägern unter dem Rumpf 2000 Kilogramm Bombenlast aufnehmen und unter den Flügeln zwei Zusatztanks mit jeweils 300 Litern Inhalt mitführen konnte.

In kurzer Folge entwickelte Messerschmitt immer neue Versionen und Bewaffnungsvarianten der Bf 110, um den vielfältigen, immer neuen Forderungen der Luftwaffe gerecht zu werden. Manche, wie zum Beispiel der Aufklärer D-4, wurden nur in kleinen Stückzahlen geliefert. Mit der E-Version, von der 660 Exemplare produziert wurden, hielt teilweise der hochverdichtete DB 601N mit 1275 PS Leistung in die Serie Einzug.
Doch trotz aller Mühen: Schon im Spätsommer 1940 bestätigten sich während der Luftschlacht um England schon früher mancherorts geäußerte Befürchtungen. Im Luftkampf mit Spitfire und Hurricane hatte die Bf 110 schlechte Karten. Für Luftkämpfe mit den leichteren Jägern war sie weder schnell noch wendig genug. Die Verluste sprachen eine deutliche Sprache. Abhilfe sollte die neue Me 210 bringen. Deshalb plante das Reichsluftfahrtministerium (RLM), die Produktion der Bf 110 zum Herbst 1941 auslaufen zu lassen. Doch nachdem sich die Me 210 als Fehlschlag erwies, wurde die Fertigung der Bf 110 wieder hochgefahren.

Mit der Bf 110 F-2 kam im Dezember 1941 die neue, auf 1350 PS leistungsgesteigerte F-Version des DB 601 zum Einbau. Einen deutlicheren Leistungssprung versprachen sich die Ingenieure aber von der Verwendung des DB 605B (1475 PS), der für die G-Baureihe vorgesehen war. Von Juli bis Dezember 1942 wurden sechs Vorserienflugzeuge, die bei Gotha gebaut worden waren, zunächst in Augsburg und dann in Rechlin erprobt. Das Leistungsplus mit dem neuen Motor war nicht so groß wie erhofft, doch mangels besserer Alternativen lief im Januar mit der G-2 die Serienfertigung an. Ihre Bewaffnung bestand wie üblich aus vier starren MG 17 in der Rumpfnase. Hinter dem Piloten wurden nun allerdings meist zwei MG 151 eingebaut. Das bewegliche MG 15 des Bordschützen wurde durch ein feuerstärkeres Zwillings-MG 81Z ersetzt. Für ihre Rolle als Jagdbomber und Zerstörer konnte die G-2 1200 Kilogramm Bomben und außerdem zwei 300-Liter-Zusatztanks unter den Außenflügeln aufnehmen. Eine Version als schwerer Jäger flog mit der Bezeichnung G-2/R2.


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HR/KS/hm


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