28.09.2017
Erschienen in: 06/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Allrounder (Teil 2) Erste Serie mit Junkers-Motor

kl 06-2011 Messerschmitt Bf 110 Erstflug (01)

Messerschmitts Bf 110 blieb bis zum Kriegsende unverzichtbar. Es gab keinen leistungsfähigeren Nachfolger für das vielseitig einsetzbare Muster. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Mit dem schon im Juli 1936 erteilten Auftrag zum Bau einer Nullserie im Rücken trieb BFW die Entwicklung der Bf 110 voran. Am 24. Oktober flog erstmals die V2 (D-AQYE), genau zwei Monate später, am Weichnachtstag 1936, kam die V3 (D-ATII) in die Luft. Sie wurde bereits von einem Daimler-Benz DB 600 angetrieben. Bei den Tests in Augsburg und später auch in Rechlin befriedigten allerdings die Flugeigenschaften der Bf 110 zunächst nicht. Ausbrechtendenzen bei Start und Landung wurden kritisiert, konnten aber nach Fahrwerksänderungen gemildert werden. Noch lange nicht ausreichend war die Höchstgeschwindigkeit. Ein zentraler Punkt war die geringe Verfügbarkeit leistungsstarker und dabei zuverlässiger Motoren zu diesem Zeitpunkt. Der DB 600 machte Probleme, seine Einspritzvariante, der DB 601, war noch nicht einsatzbereit.

Für die sieben Flugzeuge der A-0-Serie griff Messerschmitt deshalb noch einmal auf den Junkers Jumo 210 zurück, mit dem die Bf 110 knapp 400 km/h erreichte. Zu wenig, um die angepeilten Aufgaben zu erfüllen. Mitte April 1938 ging die B-Serie an den Start. Da der DB 601 noch immer nicht verfügbar war, wurde der leistungsgesteigerte Jumo 210 G-1 mit 730 PS Leistung verwendet. Damit erreichte die Bf 110 bereits 480 km/h, bei einer angegebenen Reichweite von 1200 bis 1400 Kilometern. Äußerlich unterschieden sich die Flugzeuge der B-Serie vor allem durch ihre aerodynamisch günstigere, spitzere Rumpfnase. Außerdem waren sie mit zwei 20-mm-Kanonen vom Typ MG FF und vier MG 17 bewaffnet.

Ab Ende 1939 stand endlich der DB 601A mit 1175 PS Leistung zur Verfügung. Mit dem neuen Motor kam die Bf 110 nun im Horizontalflug auf 530 km/h. Das Leistungsplus wurde jedoch mit einem höheren Treibstoffverbrauch erkauft. Die Reichweite sank damit auf 800 Kilometer.

Die mit dem DB 601A motorisierte C-Serie war die erste in sehr großer Stückzahl produzierte Version der Bf 110. Insgesamt wurden 860 Flugzeuge in sechs Varianten gefertigt. Neben dem stärkeren Motor zeigte die C-Version auch aerodynamische Verbesserungen. Die Flügelrandbögen waren eckiger, die Spannweite um 60 Zentimeter reduziert und die Kühler nun flach unter dem Flügel positioniert. Bei Kriegsausbruch konnte die Luftwaffe 95 Bf 110 B und C in ihren Zerstörerverbänden einsetzen. Die verschiedenen Varianten der C-Serie unterschieden sich vor allem in ihrer Bewaffnung. Mit der C-5 gab es 1940 eine erste Aufklärerversion mit einer Reihenbildkamera Rb 50/30, die im Raum zwischen den beiden Besatzungsmitgliedern eingebaut war. Als letzte Variante der C-Serie entstand die C-7, die als Jagdbomber diente und an zwei ETC 500 bis zu 1000 kg Bombenlast aufnehmen konnte.


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