08.09.2017
Erschienen in: 08/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Der Jet-Dinosaurier (Teil 3) Streit zwischen SAC und USAF

boeing-b-52a-flug

Boeing B-52A Stratofortress im Flug. Foto und Copyright: Boeing  

 

Bis heute können sich die B-52-Crews nicht über zu viel Platz im Cockpit „beschweren“. Pilot und Copilot auf dem Oberdeck haben wenigstens noch eine gute Sicht nach draußen. Auf dem Unterdeck, gerne auch „schwarzes Loch“ genannt, können sich Navigator und der für den Waffeneinsatz zuständige Radarnavigator nicht über Fenster jeglicher Art freuen. Der Electronic Warfare Officer (EWO) entkam bei den Versionen A bis F diesem Ungemach, er arbeitete auf dem Oberdeck. Bei den letzten beiden Varianten musste auch er nach unten. Als zusätzliches Handicap verlassen die Besatzungsmitglieder des Unterdecks nach Betätigung des Schleudersitzes das Flugzeug nach unten. Aus diesem Grund entstand die ausgefallene Anweisung, der Pilot solle bei einem Notfall in Bodennähe die Maschine auf die Seite rollen.
Auf einsamem Posten wachte bei den frühen Bombern der Bordschütze, der in einem Abteil mit eigenem Eingang hinter dem Seitenruder saß. Die einzige Verbindung zum Rest der Welt existierte in Form eines nicht druckbelüfteten Tunnels zum Waffenschacht. Später verlegte Boeing seinen Arbeitsplatz nach vorne zum EWO, von wo aus der Bordschütze seine vier 12,7-mm-MGs per Fernsteuerung bediente. Bei den heute noch fliegenden B-52H fiel seine Position weg, die Waffen wurden ausgebaut.

Bis dahin war es aber noch ein langer Weg. Nicht gerade förderlich für die Arbeit des Flugzeugbauers war dabei die Uneinigkeit der Auftraggeber. Schon bald brach zwischen dem SAC, das einen Bomber wollte, und der USAF, die nur einen reinen Aufklärer forderte, ein heftiger Streit aus. Die Air Force schien zunächst gewonnen zu haben. Die ersten Flugzeuge bekamen die Bezeichnung RB-52 und sollten über einen bemannten Aufklärungsbehälter im Waffenschacht verfügen.


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Patrick Hoeveler
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