08.03.2017
Erschienen in: 06/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

ArbeitspferdDouglas C-47 Skytrain

Das zweimotorige Ganzmetallflugzeug Douglas DC-3 gilt als wegweisender Entwurf in der Passagierluftfahrt. Doch auch die militärischen Versionen, wie die C-47, bewährten sich in zahlreichen Konflikten, selbst unter härtesten Bedingungen, als robuste Arbeitspferde und Transporter.

IN DIESEM ARTIKEL

Die zivile Entwicklung der Douglas DC-3 begann 1934 auf Anregung von American Airlines, die eine geräumigere Version der DC-2 suchte, um an Bord des „Douglas Sleeper Transport“ (DST) Schlafliegen für 14 Passagiere bei Nacht oder 28 Fluggäste im Tagesbetrieb unterbringen zu können. Die Douglas-Ingenieure überarbeiteten unter der Leitung von Arthur Raymond die DC-2 dabei aber so stark, dass das neue „Großraumflugzeug“ DC-3 am Ende nur noch zehn Prozent Übereinstimmung mit seiner Vorgängerin aufwies. Die erste DC-3, X14988, später NC14988, starte am 17. Dezember 1935 zum Jungfernflug. American hatte damals bereits die ersten zehn DST zum Stückpreis von 79 500 Dollar bestellt.

Die ersten fünf Produktionslose wurden von zivilen Fluggesellschaften bestellt, meistens als DC-3, wie anfänglich nur die DST-Version ohne Schlafliegen genannt wurde. Als erste militärische Version wurde dann ab 1939 die C-41A abgeleitet, die als Stabsreiseflugzeug weitgehend einer zivilen DC-3A mit militärischer Avionik und militärischen Funkgeräten entsprach.

Nach dem Kriegsausbruch in Europa 1939 wurden die aus dem Army Air Corps entstehenden Army Air Forces der größte Kunde der DC-3. Insgesamt rund 10 000 Flugzeuge wurden über drei Wege beschafft: direkte Aufträge für militärische Versionen, die käufliche Übernahme schon im Bau befindlicher Flugzeuge ziviler Kunden und die Beschlagnahme fertiger Zivilflugzeuge durch das Militär. Am 16. September 1943 wurden die ersten rein militärischen 147 Douglas C-47A-DK „Skytrain“ mit großen Frachttüren und verstärkten Fußböden bestellt, bald folgten 2000 weitere Bestellungen. Die Version „DK“ wurde in Oklahoma City gebaut, die „DL“ dagegen in Long Beach. 2299 „DK“ und 2954 „DL“ wurden gebaut. Die Militärflugzeuge erhielten ein zusätzliches Dachfenster in der Cockpitdecke, durch das der Navigator Sterne „schießen“ konnte. Später wurden auch noch Aufhängungen für den Lastenabwurf per Fallschirm unter dem mittleren Flügel installiert. Die reguläre Besatzung bestand aus zwei Piloten und einem Funker. In der Kabine konnten bis zu 28 Fallschirmjäger auf seitlichen Stoffsitzen oder bis zu 14 liegende Verwundete auf Tragen transportiert werden. Für Versorgungsflüge in Asien in großen Höhen, auf der sogenannten „Hump“-Route, erhielten die C-47B-DL und die ­C-47B-DK Triebwerke mit zweistufigen Ladern sowie eine stärkere Heizungsanlage. Diese Version, immerhin wurden 3232 Stück gebaut, bewährte sich nicht und wurde nach dem Ausbau der Hochdrucklader in C-47D umgetauft. Schließlich wurde aus der C-47B auch ein Navigationstrainer abgeleitet, die TC-47B-DK. Deren Kabine war als „Hörsaal“ ausgestattet, in dem angehende Navigatoren im Flug an ihren Empfängern die Position bestimmten.


WEITER ZU SEITE 2: Viele Skytrains dienten als Stabsreiseflugzeug

1 | 2 | 3 |     
Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Sebastian Steinke
Jetzt Fan werden! Newsletter abonnieren - Kostenlos direkt in Ihre Mailbox


Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente Über die ALSIB zur Front

12.12.2017 - Im Zweiten Weltkrieg erhielt die Sowjetunion im Rahmen des Lend-Lease-Abkommens Tausende von Flugzeugen von den USA. … weiter

Gegen den Trend Douglas A-4 Skyhawk

08.12.2017 - Klein und einfach statt groß und teuer: Das Konzept der Douglas A-4 ging auf. Mehr als ein halbes Jahrhundert nachdem die erste Skyhawk in Dienst gestellt wurde, befinden sich noch einige der … weiter

Großfrachter Douglas C-133 Cargomaster

02.12.2017 - Mit der in den 1950er Jahren entwickelten C-133 waren die amerikanischen Luftstreitkräfte erstmals in der Lage, Großfracht weltweit zu transportieren. Nach der Einführung der C-5 Galaxy geriet die … weiter

Museum Farmingdale American Airpower Museum

12.11.2017 - In einem der letzten noch erhaltenen Gebäude des historischen Republic-Werks auf Long Island findet sich eine interessante Sammlung von flugfähigen Warbirds. … weiter

Palmdale Flugzeugsammlung Joe Davies Heritage Airpark

09.11.2017 - Kaum 50 Kilometer Luftlinie von der Edwards AFB entfernt liegt der Air Force Plant 42. Auf dem seit 1940 genutzten Flugplatzgelände wurden die Space Shuttles, die TriStar und der B-1-Bomber gebaut. An … weiter


Klassiker der Luftfahrt 01/2018

Klassiker der Luftfahrt
01/2018
27.11.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Heinkel He 111 als Torpedobomber
- General Dynamics F-111
- Stuka Aichi D3A "VAL"
- Piaggio P.149D
- Gefechtsbericht F4U vs. MIG-15
- Aufbruch ins Jet-Zeitalter
- Serie: Erster Weltkrieg