23.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Leichter Kampfjet (Teil 7) Sinagpur kauft 110 Skyhawk

Ein weiterer Skyhawk-Kunde im Nahen Osten war Kuwait, das 1974 30 A-4KU und sechs doppelsitzige TA-4KU bestellte. Diese Versionen basierten auf der A-4M, wobei allerdings einige Waffensysteme nicht geliefert wurden. Die erste A-4KU hob am 20. Juli 1976 zum Jungfernflug ab, gefolgt von der TA-4KU am 14. Dezember. Die Lieferungen an die 9. und 25. Staffel in Ahmad Al-Jabr erfolgten 1977 und 1978. Nach der Irakischen Invasion im August 1990 waren die kuwaitischen Skyhawks voll im Einsatz. Sie flogen bald von Saudi-Arabien aus über 1300 Missionen. Die verbleibenden Flugzeuge gingen schließlich an Brasilien.

In Südostasien entwickelte sich Singapur zu einem großen Betreiber der Skyhawk. Zunächst kaufte man 40 gebrauchte A-4B, die bei Lockheed Air Service überholt wurden. Die Arbeiten umfassten den Einbau eines J65-W-20, das 37,3 kN Leistung bot und so fast 20 Prozent stärker war als das J65-W-16A. Auch 30-mm-Aden-Kanonen wurden installiert. Die so entstandene A-4S startete am 14. Juli 1973 zum Erstflug. Die Lieferungen gingen zunächst nach Lemoore, wo die Navy das Pilotentraining übernommen hatte. Neben den Einsitzern entstanden sieben TA-4S mit verlängertem Rumpf. Die Cockpits waren allerdings getrennt und hatten separate Hauben.

1980 kaufte Singapur 70 weitere A-4B und A-4C. Nur die C-Modelle wurden von Singapore Aerospace in A-4S-1 umgebaut. 1983 kamen noch einmal 16 A-4B hinzu, die zu TA-4S-1 umgebaut wurden. Die S-1-Modelle erhielten bald das General Electric F404-GE-100D ohne Nachbrenner, das einen Schub von fast 49 Kilonewton bot und eine Abflugmasse von 11 115 kg ermöglichte. Weitere Vorteile lagen im geringeren Verbrauch und deutlich weniger Wartungsaufwand. In einer zweiten Phase wurden die Waffensysteme modernisiert. Unter anderem baute man ein Head-up-Display von GEC-Marconi ein. Die so entstandenen A-4SU und TA-4SU gingen ab 1989 in Dienst. Nach dem Kauf von F-16 verringerte Singapur in den 1990er Jahren seinen A-4-Bestand schrittweise. Das Kunstflugteam Black Knights flog die Skyhawks aber noch bis 2000. Die letzte A-4-Staffel in Singapur selbst wurde 2005 aufgelöst. Im französischen Cazaux verbleiben aber immer noch die Maschinen der No. 150 Squadron, die dort seit 1998 für die Fortgeschrittenenausbildung zuständig ist.

Als Ersatz für veraltete sowjetische MiGs führten die indonesischen Luftstreitkräfte 1980 die Skyhawk ein. Die Beschaffung war etwas kompliziert: Da man als größtes islamisches Land der Welt keine direkten Geschäfte mit Israel machen wollte arrangierten die USA den Verkauf mit Singapur als Mittelsmann. Zunächst wurden 14 A-4E und zwei TA-4H per Schiff angeliefert, bevor 1981/82 16 weitere A-4E folgten. Schließlich lieferten die USA noch zwei TA-4J. Die Skyhawks waren bis 1995 bei der Skadron Udara 12 und bis 2004 bei der SkU 11 im Dienst. Sie kamen auch gegen Rebellen in Osttimor zum Einsatz.

Auch Malaysia entschied sich 1980 für die Skyhawk und kaufte nicht weniger als 25 A-4C und 63 A-4L auf. Allerdings gab es schnell Budgetprobleme, so dass am Ende nur 40 in Dienst gingen und der Rest als Ersatzteilspender benutzt wurde. Die Überholung der Flugzeuge nach einem Wettbewerb erledigte Grumman Aerospace. In St. Augustine in Florida erhielten die Maschinen eine neue Verkabelung und verschiedene Avionikgeräte. Sechs Skyhawks baute Grumman auch in Doppelsitzer um. Überführt wurden die nun als A-4PTM beziehungsweise TA-4PTM bezeichneten Flugzeuge auf einer Route über Europa und Indien dann von Dezember 1984 bis Januar 1986. Sie blieben bei zwei Staffeln nur bis 1994 im Einsatz.

Brasilien führte die Skyhawk 1999 ein. Auf Vermittlung von Boeing wurden 20 A-4KU und drei TA-4KU von Kuwait gekauft und per Schiff nach Südamerika gebracht. Nach der Überholung gingen sie bei der 1. Squadro de Avioes de Interceptacao de Ataque (VFA-1) in Dienst. Das Pilotentraining übernahm die VT-7 auf der NAS Meridian in Mississippi. Die als AF-1 und AF-1A bezeichneten Flugzeuge waren seit Januar 2001 auf dem Träger „Minas Gerais“ (ex HMS „Vengeance“) und später dann auf der „Sao Paulo“ (ex „Foch“) im Einsatz. Die Verfügbarkeit ließ jedoch zu wünschen übrig, so dass die Marine im April 2009 Embraer mit der Modernisierung von neun AF-1 und drei AF-1A beauftragte. Die Jets sollten neue Avionik und Systeme wie einen Sauerstoffgenerator erhalten, um weitere Jahre im Dienst zu bleiben.


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