23.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Leichter Kampfjet (Teil 6) Australien kauft A-4G für Flugzeugträger „Melbourne“

kl 05-2013 Douglas A-4 Skyhawk (01)

Die ersten TA-4S (vorn) und A-4S für Singapur wurden bei Lockheed in Kalifornien aus vorhandenen Zellen umgebaut. Das Pilotentraining fand in Lemoore statt. Foto und Copyright: USAF  

 

Obwohl die Skyhawk zunächst für die spezifischen Bedürfnisse der US Navy konstruiert wurde, befasste sich Douglas ab etwa 1958 mit den Exportmöglichkeiten des Jets. Unter der Bezeichnung CA-4E und CA-4F wurden in den 1960er Jahren verschiedene Varianten skizziert und unter anderem Kanada angeboten. Die Kanadier testeten die A-4E im Mai 1964 auf dem Träger HMCS „Bonaventure“, ohne allerdings einen Auftrag zu erteilen.

Erster Exportkunde war daher Argentinien, das sich 1965 mit dem Pentagon auf die Lieferung von gebrauchten A-4B einigte. Zunächst wurden 25 Flugzeuge bei Douglas in Tulsa, Oklahoma, auf den A-4P-Standard gebracht und ab Ende 1966 nach Südamerika überführt. 25 weitere folgten 1970. Sie gingen bei vier Staffeln der Fuerza Aérea Argentina in Dienst. 1971 kaufte auch das Commando de Aviacion Naval Argentina 16 gebrauchte A-4B für seine Flugzeugträger (umbenannt in A-4Q). 25 weitere Flugzeuge folgten zwischen 1976 und 1978, diesmal überholt von Lockheed Air Services. Die Skyhawks kamen 1982 beim Falklandkrieg zum Einsatz und versenkten die britischen Kriegsschiffe HMS „Ardent“, HMS „Antelope“, HMS „Coventry“, „Sir Galahad“ und „ Sir Tristram“. Allerdings gingen auch über 20 Skyhawks verloren.

Nach über zehn Jahren Waffenembargo erlaubten die USA in den 1990er Jahren den Verkauf von 32 gebrauchten A-4M und vier OA-4M. Sie wurden von Lockheed Martin überholt und ab Ende 1997 als A-4AR Fightinghawk an die argentinischen Luftstreitkräfte abgeliefert. Dies ermöglichte die Außerdienststellung der letzten A-4P. Die Marine hatte ihre Skyhawks bereits 1987 außer Dienst gestellt. Bei den Luftstreitkräften dagegen fliegen immer noch knapp zwei Dutzend Skyhawks, die in Villa Reynolds stationiert sind (V. Brigada Aerea).

Kurz nach Argentinien entschied sich auch Australien für die A-4. Die Royal Australian Navy bestellte sechs neue A-4G und zwei TA-4G für den Einsatz vom Träger „Melbourne“, wobei die Skyhawks vor allem in der Jägerrolle verwendet werden sollten. Die Flugzeuge wurden im Oktober 1967 von der „Melbourne“ in San Diego abgeholt. Acht weitere A-4G und zwei TA-4G wurden 1971 nach ihrem Umbau aus A-4F/TA-4F geliefert. Als die „Melbourne“ 1982 außer Dienst ging, sieß die Navy die verbleibenden Skyhawks bald an Neuseeland ab.

Neuseeland hatte bereits im Juli 1968 zehn neue A-4K und vier TA-4K in Auftrag gegeben. Sie basierten auf der A-4F/TA-4F, hatten aber nicht das komplette EloKa-System. Erstflug der A-4K war am 10. November 1969, und alle 14 Flugzeuge wurden im folgenden Jahr mit dem Hubschrauberträger „Okinawa“ nach Neuseeland gebracht. Sie gingen an die in Okakea stationierte No. 75 Squadron. 1984 kaufte Neuseeland weitere A-4 von Australien. Insgesamt 22 Maschinen wurden aufwändig aufgerüstet. Unter anderem änderte man das Cockpit und installierte ein modernes AN/APG-66(NZ)-Radar. Nun konnten auch lasergelenkte Bomben und AGM-65 Maverick verwendet werden.

Die erste modernisierte A-4K flog im Juni 1989. Sie ging an die No. 2 Squadron, welche 1991 mit sechs Flugzeugen auf die Naval Air Station Nowra in Australien verlegte, wo ein besseres Training möglich war. 2001 beschloss die Regierung von Helen Clark aus finanziellen Gründen, die Schwerpunkte der Verteidigungsausgaben zu verlagern und auf Kampfflugzeuge gänzlich zu verzichten. Entsprechend wurden die 17 verbliebenen A-4 außer Dienst gestellt und eingelagert. Da sich lange kein Käufer fand, gingen einige an Museen. 2012 übernahm schließlich Draken International acht Maschinen für Zieldarstellungsaufträge in den USA.

Als Frankreich die Lieferung von 50 Dassault Mirage 5 an Israel blockierte sprangen die USA 1966 mit der Skyhawk ein. Die erste Bestellung umfasste 48 A-4H. Diese Version basierte auf der A-4E, hatte aber einen Bremsschirm und andere Avionik. Erstflug war am 27. Oktober 1967, und die Lieferungen begannen noch vor Jahresende. Später wurde der Auftrag auf 90 A-4H „Ahit“ und zehn TA-4H aufgestockt. Letzteres Modell flog am 15. April 1969 erstmals.

Die A-4H kamen für den Sechstagekrieg zu spät, waren dann aber in allen Konflikten im Einsatz, wobei im Yom-Kippur-Krieg 1973 rund 50 abgeschossen wurden. Dies erforderte eine rasche Lieferung weiterer Maschinen. Ab 18. Oktober 1973 wurden deshalb im Rahmen der Operation „Nickel Grass“ an die 40 A-4E und A-4F aus US-Beständen von amerikanischen Piloten nach Israel überführt.

Bereits zuvor hatte Israel die A-4N bestellt, eine Ableitung aus der A-4M des Marine Corps. Sie startete am 8. Juni 1972 zum Erstflug, und bis 1976 wurden 117 Maschinen gebaut. Die Israelis rüsteten ihre A-4 mit 30-mm-DEFA-Kanonen aus und führten auch Lenkwaffen wie die Gabriel ein. Entsprechend den Kriegserfahrungen wurde die Schubdüse verlängert, um besser gegen Lenkwaffen mit Infrarotsuchkopf geschützt zu sein. Gegen Ende der 1990er Jahre waren die Ahits weitgehend von der F-16 abgelöst. Allerdings sind die A-4 immer noch für die Pilotenausbildung im Einsatz.


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