27.09.2016
Klassiker der Luftfahrt

Innovativer und vielseitiger BomberDouglas A-26 Invader – Schnell und feuerstark

Die zweimotorige Douglas A-26 Invader war ein herausragend leistungsfähiges Kampfflugzeug, das auch nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Konflikten eine Rolle spielte. Erst 1972 wurde die letzte außer Dienst gestellt.

Die Douglas A-26 Invader stand ungewöhnlich lange im Militärdienst und hat dabei so viele Konfliktschauplätze gesehen wie wenige andere Kampfflugzeuge. Der schnelle Bomber kam im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz, im Korea- und im Vietnamkrieg, in Indochina und in Angola, im Kongo und während der Auseinandersetzung um die nigerianische Provinz Biafra 1967. Sogar an der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht auf Kuba im April 1961 nahmen Invaders teil, von der CIA mit den Markierungen der kubanischen Luftstreitkräfte versehen.

Die letzte A-26 wurde erst 1972 aus dem Dienst des US-Militärs entlassen. Aus dem Bestand der Nationalgarde gelangte das Flugzeug an das National Air and Space Museum in Washington. Der allerletzte Flug einer bewaffneten militärischen Invader dürfte derjenige einer indonesischen B-26B am 7. Dezember 1977 gewesen sein.

Mit dem Ausscheiden aus dem Militärdienst war die Karriere der Invader noch lange nicht beendet, für das zweimotorige Flugzeug wurden im zivilen Bereich diverse neue Aufgaben gefunden, unter anderem als Feuerlösch-, Forschungs- und als Geschäftsreiseflugzeug. Selbst bei den berühmten Luftrennen in Reno im US-Bundesstaat Nevada kam in den 1960er Jahren eine Invader, gesteuert von John Lear, zu Ehren – trotz ihres Gewichts von mehr als 10 000 Kilogramm.

Knapp 100 Invaders sind weltweit erhalten geblieben. Mehrere Exemplare sind flugfähig und werden immer wieder auf Flugschauen gezeigt. In Europa recht bekannt ist die A-26B der Scandinavian Historic Flight.

Die Douglas A-26 war zur Zeit ihres Erstflugs im Sommer 1942 eines der schnellsten Kolbenmotorflugzeuge, schneller sogar als manch ein Jagdflugzeug. Der Entwurf der A-26 stammte von einem Konstrukteursteam, das von Edward H. Heinemann geleitet wurde. Heinemann hatte zuvor an gut gelungenen Douglas-Projekten wie der SBD Dauntless und der A-20 Havoc mitgearbeitet. Die A-20 hatte eine Reihe von Schwächen, die mit dem Nachfolgemuster ausgeräumt werden sollten. So wurde eine höhere Geschwindigkeit gefordert, eine stärkere Bewaffnung, eine stabilere Bauweise und die Fähigkeit, auf kürzeren Pisten zu starten und zu landen.

Bereits Ende 1940 begann das Konstruktionsteam um Heinemann in Kalifornien mit ersten Studien für ein kampfstarkes Nachfolgemuster für die A-20. Im Juni erhielt Douglas dann den Auftrag für den Bau und die Erprobung von zwei unterschiedlich ausgeführten Prototypen, eines Bombers XA-26 und eines Nachtjägers XA-26A. Wenig später wurde eine weitere Ausführung, als XA-26B bezeichnet, in Auftrag gegeben.


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