20.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Erste Generation moderner BomberDornier Do 17

Schon 1932 begann Dornier mit der Planung der Do 17. Zur Tarnung wurde sie zunächst als Schnellflugzeug für die Lufthansa bezeichnet, doch sie war ein reines Kampfflugzeug. Bei der Luftwaffe ging sie als Bomber in Dienst, flog aber auch in Versionen als Aufklärer und Nachtjäger.

Für viele war die Do 17 das wohl schnittigste zweimotorige Kampfflugzeug der 30er Jahre. Das ist Geschmacksache, aber unstreitig war sie eine äußerst schlanke Konstruktion. Ihre Anfänge gehen auf das Jahr 1932 zurück. Offiziell wurde vom Verkehrsministerium die Entwicklung eines Postflugzeuges für die Lufthansa ausgeschrieben. In Wahrheit jedoch waren die Forderungen vom Referat WaPr 8 der Abteilung Waffenprüfwesen des damaligen Heereswaffenamtes formuliert worden. Ziel war ein mittelschwerer zweimotoriger Bomber. Die in der Literatur oft kolportierte Aussage, die Do 17 sei auf Bestreben der Lufthansa entwickelt worden, hat der ehemalige Direktor des Luftfahrt-Bundesamts und Luftfahrthistoriker Karl Kössler nach gründlichen Recherchen schon in den 80er Jahren widerlegt: Die Do 17 war von Beginn an eine militärische Entwicklung, deren zivile Nutzung allenfalls als Abfallprodukt gegolten hätte. Ähnlich getarnt, nämlich als Schnellverkehrsflugzeug für die DLH, wurden von dem besagten Referat etwa zur gleichen Zeit unter anderem die Entwicklungen der Kampfflugzeuge He 111 und Ju86 angestoßen. Referatsleiter war ein gewisser Oberstleutnant Wimmer, der später im Technischen Amt in ähnlicher Funktion tätig war.

Dornier reichte aufgrund der Forderungen zunächst eine Studie für ein Flugzeug mit der Bezeichnung Do 15 ein, die aber abgelehnt wurde. Umgehend erarbeiteten die Ingenieure einen weiteren Vorschlag, die Do 17. Schon im März 1933 erhielt Dornier den Auftrag zum Bau von zunächst zwei Prototypen. Der Zeitplan war überaus ehrgeizig. Die Do 17 V1, damals noch als Do 17 C bezeichnet, sollte noch im Herbst 1933 erstmals fliegen. Doch immer wieder auftretende Probleme und Einwände des RLM verzögerten den Jungfernflug.


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