07.08.2017
Erschienen in: 03/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Das hölzerne Wunderde Havilland D.H.98 Mosquito

Die elegante, hölzerne de Havilland Mosquito D.H.98 gehört zu den berühmtesten britischen Flugzeugen des Zweiten Weltkriegs.

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Die zweimotorige Mosquito, liebevoll auch „Mossie“, „Balsa Bomber“ oder „Wooden Wonder“ genannt, beruhte auf der kühnen Idee, einen mittleren Bomber und Aufklärer durch strömungsgünstige Form, Leichtbauweise und starke Triebwerke derartig schnell zu machen, dass er zeitgenössischen Jagdflugzeugen entkommen konnte. Die Konzeption gipfelte im Verzicht auf jede Abwehr-Bordbewaffnung. Entsprechend skeptisch blieb das britische Air Ministry und ließ den Entwurf zunächst ein Jahr in der Schublade verstauben. Erst nach Kriegsausbruch, Ende 1939, gab das Ministerium doch noch grünes Licht.

Das Konstruktionsteam unter R. E. Bishop entwarf die D.H. 98 Mosquito in Holzbauweise, um nicht den kriegswichtigen Rohstoff Metall beanspruchen zu müssen. Der Rumpf entstand aus Halbschalen, die mit einem Laminat aus Zedern- und Balsaholz beplankt wurden. In beiden Halbschalen wurden Seilzüge, Kabel und Rohrleitungen jeweils unabhängig voneinander installiert. Dies verhalf der Mosquito später zu außerordentlicher Zuverlässigkeit bei Schäden durch Beschuss, denn alle Teile der Steuerung waren doppelt vorhanden. Zehn Tankzellen fassten insgesamt 2450 Liter Kraftstoff. Die beiden strömungsgünstig geformten Motorgondeln für die Rolls-Royce-Merlin-V12-Triebwerke nahmen auch das Einziehfahrwerk auf.

Kein Geringerer als Geoffrey de Havilland Junior startete mit dem Mosquito-Prototyp E-0234, Seriennummer 98001, am 25. November 1940, also nur elf Monate nach Konstruktionsbeginn, in Hatfield zum Erstflug. Die guten Flugeigenschaften überraschten nicht nur den Hersteller: Die Mosquito erreichte eine jägerartige Wendigkeit, schaffte sogar noch im Einmotorenflug in Bodennähe Fassrollen und erwies sich während der nächsten beiden Jahre als schnellstes Einsatzflugzeug der Welt. Nun wurde auch das Air Ministry hellhörig und ließ die Erprobung des nun als W4050 bezeichneten Prototyps fortsetzen. Am 15. Mai 1941 startete auch der Prototyp des Nachtjägers Mosquito II mit der Kennung W4052 zum Erstflug. Er verfügte über verstärkte Holme und vier 20-mm-Bordkanonen unter dem Rumpfbug, vier MGs im Bug, eine Panzerglasscheibe und das noch geheime A.I.-Mark-IV-Bordradar. Der Einstieg erfolgte nun auf der rechten Seite statt durch eine Bodenluke. Außerdem wurde bald eine druckluftbetriebene Bremsklappe auf dem Rumpfrücken installiert.

Als erste gelangten drei Prototypen als Fotoaufklärer in Benson in den offiziellen RAF-Bestand. Den ersten Einsatzflug als Höhenaufklärer führte die W4055 am 20. September 1941 über Brest und Bordeaux durch. Eine 1941 durchgeführte Versuchsserie mit Geschütztürmen auf dem Rumpf der Mosquito bewährte sich nicht. Deren Widerstand bremste das Flugzeug zu stark ab. Doch dank der Wendigkeit des Flugzeugs war das Schießen auch mit starren Bordwaffen problemlos möglich.


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Sebastian Steinke


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