07.01.2018
Erschienen in: 01/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

Schwere GeburtCurtiss SB2C Helldiver - Sturzkampfbomber der amerikanischen Marine

Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begann Curtiss mit der Entwicklung eines neuen Sturzkampfbombers für die US Navy. Enge Vorgaben führten zu erheblichen technischen Problemen und Verzögerungen. Als die Helldiver ab Ende 1943 endlich im Einsatz war, spielte sie bis 1945 eine wichtige Rolle bei den Schlachten im Pazifik.

In den 1930er Jahren setzte die amerikanische Marine nach vielfachen Versuchen auf den Sturzkampfbomber als bestes, weil damals präzisestes Mittel für den Angriff auf feste Ziele und vor allem auf sich bewegende Kriegsschiffe. Aus der 1934 in Auftrag gegebenen Northrop BT-1 und der BT-2 entstand schließlich in El Segundo die SBD (Scout Bomber Douglas), die sich im Zweiten Weltkrieg bewähren sollte.

Die stürmische Weiterentwicklung der Luftfahrt- und Motorentechnik stellte aber leistungsstärkere Muster in Aussicht, und so gab das Bureau of Aeronautics der Navy im Juni 1938 eine Ausschreibung für einen neuen Aufklärer/Sturzkampfbomber heraus. Die Spezifikation SD-110-25 war ungewöhnlich detailliert. Vorgeschrieben waren unter anderem der Wright-Sternmotor R-2600-8 Cyclone 14, ein Bombenschacht im Rumpf, ein angetriebener MG-Stand für den hinteren Beobachter und die Größe: Zwei Flugzeuge mussten (mit angeklappten Flügeln) auf den 12,5 mal 14,6 Meter großen Fahrstuhl der neuen Flugzeugträger der „Essex“-Klasse passen. Der neue Scout Bomber sollte eine 450 Kilogramm schwere Bombe über eine Strecke von 1600 Kilometern tragen können. Bei Curtiss in Buffalo, New York, wurde Ray Blaylock als Chefingenieur mit der Erarbeitung des Wettbewerbsbeitrags beauftragt. Gemeinsam mit seinem bald 300 Ingenieure umfassenden Team konzipierte er das Model 84, einen zweisitzigen Eindecker mit Einziehfahrwerk und Dreiblattpropeller. Der konventionelle, sehr kompakte Entwurf wurde im Dezember 1938 dem Bureau of Aeronautics vorgelegt. Er setzte sich gegen fünf Konkurrenten durch, weil er aus Sicht der Navy den gewünschten Eigenschaften am nächsten kam und Curtiss einen guten Ruf genoss. Den Auftrag für zunächst nur einen Prototyp erteilte die amerikanische Marine am 15. Mai 1939. Als mögliche Alternative erhielt auch Brewster einen Vertrag für den Bau einer XSB2A-1.

Für die siegreiche XSB2C-1 erstellte Curtiss zunächst ein 1:1-Modell, bei dem zum Beispiel die Unterbringung der MG-Bewaffnung im hinteren Cockpit untersucht wurde. Die Installation erwies sich von Anfang an als schwierig, so dass mehrfache Änderungen notwendig waren, bis sie im Februar 1940 von der Navy akzeptiert wurde. Der Bau des Prototyps (Navy-Nummer 1758) wurde schließlich bis Anfang Dezember abgeschlossen, so dass Cheftestpilot Lloyd Childs am 18. Dezember 1940 in Buffalo zum Erstflug mit der XSB2C-1 abheben konnte. Die ersten Flüge zeigten schnell vielfältige Probleme auf. Die Motorkühlung funktionierte nicht wie gewünscht, Trimmklappen waren zu schwach dimensioniert, und im Sturzflug trat ein starkes Schütteln auf. Vor allem aber war die Richtungsstabilität sehr schwach. Zu allem Überfluss brach die XSB2C-1 am 9. Februar 1941 bei einer sehr harten Landung nach einem Motorausfall auch noch im Heckbereich auseinander.


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