21.04.2017
Erschienen in: 07/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

ÜberschalljägerDie Century-Series-Jets der US Air Force

Die berühmten Überschalljäger mit einer Typenbezeichnung ab 100 bildeten lange Zeit nicht nur im Bereich der Abfangjagd - wie die F-102 Delta Dagger und F-106 Delta Dart - das Rückgrat der US Air Force. Muster wie die F-100 Super Sabre, F-104 Starfighter oder F-105 Thunderchief wurden zunehmend als Jagdbomber eingesetzt, während die F-101 Voodoo auch als Aufklärer diente. Allesamt boten sie erhebliche Verbesserungen im Vergleich zu den bisherigen Flugzeugen.

Die F-100 Super Sabre war der erste Vertreter der Century Series. Sie absolvierte ihren Erstflug am 25. Mai 1953. Die erste Einheit war der 475th Day Fighter Wing, der auf der George Air Force Base in Kalifornien stationiert war.

Publikumswirksam demonstrierte die US Air Force ihre neueste Errungenschaft dann ab dem Jahr 1956: die Thunderbirds rüsteten auf die North American F-100 Super Sabre um und wurden damit das erste Kunstflugteam der Welt, das mit Überschalljets ausgestattet war.

Von der McDonnell F-101A Voodoo gab es keinen Prototyp. Der Entwurf baute auf der kleineren XF-88 auf. Am 29. September 1954 flog die erste F-101A, die offizielle Indienststellung bei der US Air Force erfolgte im Frühjahr 1957. Am 12. Dezember 1957 erreichte eine F-101A mit 1943,5 km/h einen neuen absoluten Geschwindigkeitsweltrekord. Einen Großteil der insgesamt 807 gebauten F-101 machten allerdings die zweisitzigen Versionen aus. Die erste Voodoo mit der Kennung 53-2418 existiert übrigens heute noch im Pueblo Weisbrod Aircraft Museum in Colorado.

Dem Abfangjäger Convair F-102 Delta Dagger war die kürzeste Dienstzeit der Flugzeuge der Century Series beschieden. Sie ging im April 1956 in Dienst. Der erste Überschall-Allwetterjäger befand sich knapp 23 Jahre im Einsatz und erreichte bei den Stückzahlen die 1000er-Marke. Innerhalb der 100er-Reihe wurden nur von der F-100 (2.294) und der F-104 (2.578) mehr Exemplare gebaut.

Die Republic F-103 sollte Mach 3 erreichen, wurde aber nie verwirklicht. Es blieb bei einem Mock-up.

Im Gegensatz zu den anderen Mustern der Century Series hatte der Lockheed F-104 Starfighter den größeren Erfolg im Ausland, obwohl die „bemannte Rakete“ mit 2.578 das meistgebaute Mitglied des 100er-Klubs war. Die US Air Force beschaffte nur 296 Maschinen, und die Karriere der F-104C als Jagdbomber bei der USAF dauerte nicht lange. Insgesamt flog der Starfighter länger als alle anderen Flugzeuge der Century Series, in Italien sogar bis 2004.

Als robust erwies sich der Jagdbomber Republic F-105 Thunderchief. Der Erstflug des YF-105A-Prototyps (54-098) erfolgte am 22. Oktober 1955 von der Edwards Air Force Base. Neben der F-106 Delta Dart war er der einzige Vertreter der Century Series, der nur von den USA beschafft wurde. Er flog zuletzt bei der US Air National Guard bis 1984.

Die zweisitzige Version F-105F diente als Trainer. Später wurden 55 Exemplare zur Bekämpfung der gegnerischen Luftabwehr umgerüstet. Sie erhielten die Bezeichnung F-105G und den Spitznamen „Wild Weasel“.

Mit 340 Serienexemplaren war die Convair F-106 Delta Dart das Flugzeug mit der geringsten Stückzahl der Century Series. Dafür besaß der Abfangjäger ein damals hochmodernes Feuerleitsystem und sogar Flugkörper mit Nuklearsprengkopf. Die F-106 entstand ursprünglich als Weiterentwicklung der F-102. Mit ihr endete die Century Series, denn die North American YF-107 blieb im Prototypenstadium, und die North American XF-108 Rapier wurde nie verwirklicht.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 07/2011

msz/as
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