22.08.2013
Klassiker der Luftfahrt

Catalina startet zu Britannien-Rundflug

Heute Morgen um 10:30 Uhr Ortszeit konnten Besucher des Imperial War Museums in Duxford einen historischen Moment miterleben, als die Lockheed Catalina G-PBYA der Plane Sailes Air Displays Ltd. zur Wiederholung eines Fluges rund um die britischen Inseln startete, der so ähnlich bereits vor 100 Jahren einmal stattgefunden hatte.

Damals hatten Harry Hawker als Pilot und Harry Kauper als Mechaniker, beide Australier, in einer Sopwith Waterplane erstmals diesen Rundkurs absolviert. Die Catalina hingegen ist erst 70 Jahre alt, aber damit immerhin das älteste in Großbritannien zugelassen fliegende Amphibium. Dieses Mal sitzt Jeff Boyling, ebenfalls ein gebürtiger Australier, im Cockpit und fliegt entlang der Küste, bis der Rundflug schließlich am späten Nachmittag des 25. August in Duxford wieder endet.

1913 war die Circuit of Britain Race der erste große Wettbewerb für Wasserflugzeuge, der von Lord Northcliffe, dem Eigentümer der Daily Mail, ins Leben gerufen worden war. Übrigens spendiert Shell Aviation den Kraftstoff für die Catalina – genauso wie damals für den kompletten Wettbewerb. Dieser startete in Southampton Water und sah acht Kontrollpunkte entlang der Flugroute vor. Weil der heutige Luftraum viel mehr geregelt ist als damals, kann nicht genau die gleiche Strecke geflogen werden, doch bemüht sich die Crew, ihr so nahe wie möglich zu kommen. Andererseits wird sie aber auch ein paar historische Stätten überfliegen, welche damals nicht an der Route lagen, inzwischen aber an die Pioniere der Luftfahrt erinnern, wie zum Beispiel die ehemaligen Sopwith-Werke in Kingston und das Classic Boat Museum in Cowes.

Im August 1913 waren vier Flugzeuge angemeldet worden, aber nur die beiden Harrys konnten starten - ihre Mitbewerber waren schon vorher wegen technischer Probleme ausgeschieden. Hawker und Kauper schafften es immerhin bis Dublin, doch dort rutschte Hawker kurz vor der Landung mit dem Fuß aus den Rudern. Das Flugzeug klatschte ins Wasser und wurde zerstört, Kauper brach sich den Arm. So konnte die volle Siegprämie von 5000 £ nicht ausgezahlt werden, aber einen Trostpreis in Höhe von 1000 £ gab es von Lord Northcliffe und ein Modell der Sopwith Waterplane von Shell. Die enorme Leistung der beiden Luftfahrtpioniere bleibt ungeachtet des Missgeschicks unbestritten.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Der erste strahlgetriebene Transporter der Welt Lockheed C-141A Starlifter Werbeprospekt

06.08.2018 - Im Jahr 1963 startete der erste strahlgetriebene Transporter der Welt zu seinem Jungfernflug. Die Lockheed C-141 Starlifter sollte mehr als vier Jahrzehnte wertvolle Dienste bei der US Air Force … weiter

Spion im Kalten Krieg Martin P4M Mercator

02.08.2018 - Heute fast in Vergessenheit geraten, diente in den 50er Jahren eine Handvoll Martin P4M zur elektronischen Aufklärung. Die Flugzeuge besaßen einen Mischantrieb aus Sternmotoren und Strahlturbinen. … weiter

Vorstoß in neue Höhen Lockheed XC-35

01.08.2018 - Eine stark modifizierte Lockheed Electra lieferte Ende der 30er Jahre wertvolle Erkenntnisse über Höhenflüge und den Einsatz von Druckkabinen, die später vielen Flugzeugen zugutekamen. … weiter

Pionier der Geschäftsreise Lockheed CL-329 JetStar: Einer der ersten Business-Jets

30.07.2018 - Die Lockheed CL-329 JetStar entstand aus einer Forderung der US Air Force nach einem strahlgetriebenen Verbindungsflugzeug. Doch die erhofften militärischen Aufträge blieben aus. Das Flugzeugmuster … weiter

Jetbomber der US Air Force Martin XB-48: Ohne jede Chance

25.07.2018 - Die sehr konventionell ausgelegte XB-48 trat im Wettbewerb um einen neuen Jetbomber der US Air Force gegen die Boeing B-47 an. Allerdings konnte das Martin-Muster nicht mit den Leistungen mithalten, … weiter


Klassiker der Luftfahrt 06/2018

Klassiker der Luftfahrt
06/2018
09.07.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- WB57 bei der NASA
- Lockheed SR-71 Blackbird: Der legendäre Mach-3-Jet im Detail
- Legion Condor: Erste Tests der neuen Jäger
- Ki-61. Die japanische Heinkel
- Die Staaken im Fronteinsatz