10.08.2017
Erschienen in: 06/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Britischer Überschalljäger (Teil 5) Neuer Lenkflugkörper und mehr Kraftstoff

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Das Waffenarsenal der Lightning war beschränkt. Hier sind 450-kg-Bomben, ungelenkte Raketen (5 cm), Firestreak- und Red-Top-Lenkwaffen sowie die beiden Bordkanonen (30 mm Aden) zu sehen. Foto und Copyright: BAC  

 

Das Seitenleitwerk wurde um 15 Prozent vergrößert, um die Richtungsstabilität bei hohen Überschallgeschwindigkeiten zu verbessern. Auf die Kanonen wurde verzichtet, und die Firestreak wurde durch die neue Red Top ersetzt. Dieser Luft-Luft-Lenkflugkörper (ehemals Firestreak Mk IV) hatte einen neuen, empfindlicheren Wärmesuchkopf hinter einem einteiligen Glasdom, einen schwereren Gefechtskopf (30 kg) und einen stärkeren Motor, der Reichweiten von über zehn Kilometern und Geschwindigkeiten von mehr als Mach 3 ermöglichte.

Bei BAC wurden 70 F.3 gebaut, die an die bestehenden Lightning-Staffeln und die No. 23 Squadron in Leuchars gingen. Im Rahmen von Exportbemühungen, die man lange vernachlässigt hatte, verlegte die No. 74 Squadron im Sommer 1965 in den Nahen Osten und präsentierte den Fighter auch im Iran.

Parallel zur F.3 entstand auch eine zweite Trainerausführung, die T.5, die ebenfalls das Avon 301 und das vergrößerte Leitwerk erhielt. Der Prototyp wurde auf der Endmontagelinie aus einer T.4 umgerüstet und flog am 29. März 1962 erstmals. Die Erprobung fand in Filton statt, wo auch die Bugsektionen des Doppelsitzers gefertigt wurden. Das Programm erlitt durch den Absturz des Prototyps Verzögerungen, so dass die Lieferungen nicht vor August 1965 begannen.

Ein großes Manko der Lightning war von Anfang an die sehr bescheidene Reichweite. Abhilfe wollte BAC hier mit einem deutlich vergrößerten Bauchtank schaffen, der bis zu 2210 kg Kraftstoff aufnehmen konnte. Er war dreiteilig ausgeführt, so dass alternativ in der Frontsektion zwei 30-mm-Aden-Kanonen installiert werden konnten. Außerdem führte man eine bereits bei der ersten P.1 getestete, vorgezogene und gewölbte Vorderkante des Außenflügels ein. Diese führte zu einer deutlichen Verringerung des transsonischen Widerstands.

Die Erprobung der Verbesserungen begann 1963 mit modifizierten F.3 (XP697) und F.2 (XN725), zunächst unter der Typenbezeichnung F.3A oder ERV (Extended Range Version). Die ersten Flugzeuge entstanden auf der Endlinie aus F.3 und es dauerte bis 1966/67, bis der volle F.6-Standard erreicht und Neuflugzeuge produziert wurden. Letztere hatten von Anfang an die Fähigkeit, auf den Tragflächen zwei Tanks mit je 1080 Kilogramm Kraftstoff zu tragen. Die Maximalkapazität stieg damit auf 6800 Kilogramm.


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