03.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Historischer Flugbericht von 1963 (Teil 2) Die BO 208 Junior war einfach und damit kostengünstig ausgelegt

Bölkow Bo 208

Mit der Bo 208 Junior wollte Bölkow vor allem Vereine ansprechen, die einen preisgünstig zu betreibenden Zweisitzer suchten. Foto: KL-Dokumentation  

 

Die konstruktive Auslegung des Junior ist unter diesem Aspekt als ausgesprochen glücklich zu bezeichnen, eine Ganzmetallkonstruktion einfachster, billigster und dennoch robuster Bauweise. Der Rumpf ist ein stabiler Blechkasten mit quadratischem Querschnitt. Als Schulterdecker wie die Cub ausgeführt, ist die Tragfläche ebenfalls verstrebt, hat einen rechteckigen Grundriß und kommt wegen ihrer kleinen Spannweite und der Verwendung von nur sieben Rippen pro Flügelhälfte mit einem sehr geringen Bauaufwand aus. Dass er bei gleicher Bauweise dennoch nicht den Nachteil der Sichtbehinderung bei Innenkurven wie die Piper aufweist, ist das erste große Plus des Junior; vermieden wurde dieses Manko fast aller Hochdecker dadurch, dass die Kabine über die Tragfläche herausragt und der Flügel leicht nach vorn gepfeilt wurde, darüber hinaus ist die Flügelvorderkante im Mittelteil noch einmal nach hinten gezogen. Die Bölkow steht in punkto Sicht keinem Tiefdecker nach, was als erheblicher Vorteil, gerade für ein Schulflugzeug, gewertet werden muß. Über Schönheit läßt sich auch bei Flugzeugen streiten; es gibt sicher rassigere und schönere Maschinen, originell sieht der kleine und kompakte Junior aber auf jeden Fall aus!

In ihrer gesamten Verarbeitung macht die Maschine einen vertrauenerweckenden Eindruck. Obwohl einige amerikanische Baueinflüsse nicht zu übersehen sind - z. B. die Verwendung von Klavierbändern als Klappen- und Ruderlager -, kann das Flugzeug dennoch als ein Produkt soliden deutschen Flugzeugbaues bezeichnet werden. Besonderer Wert wurde vom Hersteller auf einfache und billige Austauschbarkeit der einzelnen Bauteile gelegt. Eine komplette Tragflügelhälfte kostet nur 1500 DM und kann innerhalb kürzester Frist ausgewechselt werden. Wenn man weiß, dass bei verschiedenen ausländischen Flug­zeugfabrikaten Ersatz- und Einzelteile nicht nur monatelange Lieferzeiten erfordern und dazu deren Preise in keiner vernünftigen Relation mehr zu ihrem wirklichen Wert stehen, so wird der Halter eines Bölkow Junior die leichte und billige Reparaturmöglichkeit seines Flugzeugs besonders schätzen.


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