14.07.2017
Erschienen in: 01/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

Kein Ende in Sicht für die Bomberlegende (Teil 3) Einsätze in Vietnam und dem Irak

IN DIESEM ARTIKEL

Im Einsatz zeigt sich Boeings größter Bomber sehr robust. Am 17. März 1969 be-wies Major Robert Winn beispielsweise, dass man eine B-52H, bei der über Michigan alle vier rechten Triebwerke ausgefallen waren, ohne Klappen landen kann. Die ersten Kampfeinsätze hatten die B-52F des 2nd und 320th Bomb Wings in Vietnam während der Operation „Arc Light“. Bei der ersten Mission, am 18. Juni 1965, kollidierten zwei Flugzeuge und stürzten ab. B-52D des 28th und 484th BW ersetzten im März 1966 die B-52F in Südostasien und flogen bis zum 15. August 1973 Einsätze, zuletzt über Kambodscha. In der Operaton „Linebacker II“ im Dezember 1972 flogen die B-52 in elf Tagen rund 700 Einsätze über Nordvietnam. Dabei gingen 15 Maschinen verloren, während die Heckschützen nur zwei MiG-21 abschießen konnten.

Doch damit endete die Karriere des betagten Schlachtrosses nicht. Im Golfkrieg war die B-52G bei 1624 Einsätzen für 40 Prozent aller abgeworfenen Waffen verantwortlich. Die Stratofortress führte während „Desert Storm“ auch wohl die längste Mission aller Zeiten durch. Die Maschinen kamen aus Barksdale, warfen über dem Irak ihre Cruise Missiles ab und flogen nonstop zurück ins heimatliche Louisiana. Die Flugdauer betrug 35 Stunden.

Die B-52H hatte ihre Feuertaufe am 3. September 1996, als sie Flugkörper wiederum gegen den Irak einsetzte. Im März 1999 folgten während der NATO-Operation „Allied Force“ 270 Einsätze im Kosovo. Zuletzt flogen die B-52 über Afghanistan und dem Irak. Damit war die „Stratofort“ an allen großen Konflikten der letzten Jahre beteiligt. Ein Ende der Karriere ist nicht in Sicht. Im Jahr 2013 verfügte die US Air Force noch über 78 aktive Exemplare, die in Barksdale, Louisiana (2nd und 307th Bomb Wing) und in Minot, North Dakota (5th Bomb Wing) stationiert sind. Obwohl Pläne für die Aus-stattung mit modernen Triebwerken auf Eis gelegt sind, sollen die von ihren Besatzungen „Cadillac“ genannten B-52H noch bis sage und schreibe 2040 in Dienst bleiben.

Derzeit läuft ein Programm, das es erlaubt, acht JDAM-Waffen im Bombenschacht mitzuführen, zusätzlich zu den zwölf Bomben an den Außenlaststationen. Auch die Integration neuer Waffen wird erleichtert. Möglich macht dies unter anderem eine neue Verkabelung. Damit vergrößert sich die Kapazität um 67 Prozent. Boeing modifiziert bis April 2016 sechs Maschinen. Danach sollen 38 weitere Flugzeuge umgerüstet werden.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 01/2014


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Patrick Hoeveler
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