22.11.2017
Erschienen in: 05/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Fliegende FestungBoeing B-17

Nur noch wenige Boeing B-17, auch "Flying Fortress" genannt, sind flugfähig: Etwa 50 Stück der fliegenden Festung sollen weltweit erhalten geblieben sein, die meisten als Museumsstücke am Boden. Nur ein paar sind noch flugfähig.

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Der viermotorige Bomber Boeing B-17 errang für die USA im Zweiten Weltkrieg die strategische Luftherrschaft über Deutschland. Dank ihres damals streng geheimen, kreiselstabilisierten Norden-Bombenzielgeräts konnte die B-17 bei Präzisionsangriffen die deutsche Rüstungsindustrie mit bislang ungekannter Genauigkeit bombardieren. Im Zielanflug steuerte das vom Bombenschützen vorbereitete Visier den Bomber per Autopilot. Allerdings erfolgten die meisten Angriffe deshalb bei Tageslicht, was die Bomber dem erbitterten Abwehrfeuer der deutschen Flak und deutschen Jägerattacken auslieferte. Deswegen setzten die Britenauf nächtliche Flächenbombardements im Schutz der Dunkelheit.

Die amerikanischen B-17-Besatzungen versuchten, sich gegen die deutschen Jäger wenigstens durch enge Formationsflüge zu schützen, damit sich Angreifer stets dem Abwehrfeuer gleich mehrerer „Flying Fortress“ (Fliegende Festungen) aussetzen mussten. Doch erst der Einsatz langstreckentauglicher, amerikanischer Mustang Höhen-Begleitjäger verbesserte im Kriegsverlauf den verlustreichen Einsatz der amerikanischen Bomber. Deren tapfere Crews kämpften gegen eisige Kälte, Sauerstoffmangel und Granatsplitter. Ihre Überlebenswahrscheinlichkeit lag zeitweise bei nur elf Missionen über Deutschland.

Boeing hatte die B-17 als Model 299 ab dem Sommer 1934 auf eigene Kosten entwickelt. Der Prototyp des ursprünglich als Langstreckenbomber gegen Schiffe gedachten, stromlinienförmigen Entwurfs startete am 28. Juli 1935 zum Erstflug. Doch erst nach einer längeren Entwicklungsphase mit immer neuen konstruktiven Verbesserungen schaffte die B-17G als meist-gebaute Version den Durchbruch. Boeing baute bis 1945 insgesamt 6981 „Fliegende Festungen“, Douglas und Lockheed produzierten weitere 5745 in Lizenz. Schon bei Kriegsende war die B-17 veraltet, denn die größere B-29 war für die enormen Entfernungen zum pazifischen Kriegsschauplatz besser geeignet. Zudem sorgten die Atombombe und der Strahlantrieb für einen neuen Entwicklungsschub des Bombers in Ost und West. Die eben noch kriegsentscheidende „Fliegende Festung“ musste sich ihr Gnadenbrot mit Hilfsaufgaben als Langstreckenaufklärer, Seenot-Rettungsflugzeug, Zieldarsteller, Behelfsfrachter, Vermessungsflugzeug und Löschbomber verdienen. Immerhin erlebten einige Flugzeuge die 70er Jahre noch im behördlichen Einsatz.


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Sebastian Steinke


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