12.04.2018
Erschienen in: 07/ 2016 FLUG REVUE

Boeing 314Atlantik-Königin

Vor dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten Boeings Flugboote Glamour und Luxus auf den sehr exklusiven Linienflügen über den Atlantik. Der Krieg verhinderte die zivile Karriere der Boeing 314 Clipper.

IN DIESEM ARTIKEL

Vor über 70 Jahren flogen die großen Short-Flugboote bereits über den Atlantik. Zwar nicht nonstop, aber die Briten hatten dadurch schon Erfahrung mit Transatlantikflügen und waren den amerikanischen Airlines einige Schritte voraus. Auf der anderen Seite des „Großen Teichs“ bediente die Pan American World Airways (PAA) zwar Strecken im Pazifik, für Verbindungen in Richtung Europa fehlten aber noch geeignete Maschinen.

Die Reichweite der bereits erwähnten Short-Flugboote und der verfügbaren Landflugzeuge reichte PAA nicht aus. Entwürfe von Sikorsky und Consolidated wurden aufgrund der geringen Nutzlast von der Fluglinie abgelehnt. PAA stellte Anforderungen, die es in sich hatten: der Transport von 4500 Kilogramm Nutzlast über eine Entfernung von 4450 Kilometern bei 55 km/h Gegenwind, eine Reisegeschwindigkeit von 275 Stundenkilometern in 3050 Metern Höhe, Wartungsfreundlichkeit, bis dato ungekanntes Platzangebot und Komfort für die Passagiere sowie außergewöhnliche Flugsicherheit durch den Einsatz neuester Materialen und Bordgeräte.

Die Boeing Aircraft Company versprach, mit ihrem Entwurf den Wünschen der damals größten Fluglinie der USA gerecht zu werden. Als Antriebe für die Flugboote mit einer maximalen Abflugmasse von 36 290 Kilogramm sollten vier der damals in der Erprobung befindlichen GR-2600-14-Zylinder-Sternmotoren aus dem Hause Wright genutzt werden. PAA bestellte am 21. Juli 1936 sechs der nun als Clipper bezeichneten Transozean-Flugboote. Die Clipper waren die letzten Boeings, die teilweise in der legendären Halle 1 gefertigt wurden. Aufgrund ihrer Größe mussten die Maschinen unter freiem Himmel endmontiert werden. Nach dem Stapellauf am Duwamish River wurden sie an Barken befestigt und mittels Schleppern zum Testgelände in der Nähe der Schiffswerften an der Elliott Bay befördert. Dieses Manöver zog jedes Mal viele Zuschauer an.


WEITER ZU SEITE 2: Erstflug mit Serienmuster

1 | 2 | 3 |     
Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Prinzing


Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente Vom Entwurf zum Produkt – Flugzeuge im Vergleich

13.04.2018 - Möglichst spektakulär wollen die Illustrationen die neuen Projekte ihrer Firmen darstellen. Oft unterscheiden sich die Bilder dann deutlich vom fertigen Produkt, weil die Detailkonstruktion andere … weiter

Niederlage gegen Europa US-Überschallverkehrsflugzeuge

12.04.2018 - Vor 50 Jahren scheiterte das prestigeträchtige SST-Projekt der USA, das eigentlich die Concorde und die Tupolew Tu-144 übertreffen und eine neue Ära im Luftverkehr einläuten sollte. … weiter

Jäger und Bomber Top 10: Die meistgebauten US-Kampfflugzeuge des Zweiten Weltkriegs

12.04.2018 - Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor rüsteten die US-Luftstreitkräfte mit enormer Kraftanstrengung auf. Welches die meistgebauten Kampfflugzeuge der USA im Zweiten Weltkrieg waren verrät … weiter

Bei den Marines erfolgreich Boeing Vertol CH-46 Sea Knight

10.04.2018 - Die CH-46 Sea Knight stand immer im Schatten der noch größeren CH-47 Chinook. Doch auch der kleinere Tandemrotor-Hubschrauber von Boeing Vertol war erfolgreich: bei den US Marines, der US Navy und als … weiter

California Dreaming Lyon Air Museum

23.03.2018 - „The Greatest Generation in aviation History“ – die großartigste Generation der Luftfahrt. So titelt das Lyon Air Museum auf seiner Website. Absolut zu Recht, denn in der klimatisierten Halle am … weiter


Klassiker der Luftfahrt 04/2018

Klassiker der Luftfahrt
04/2018
09.04.2018

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Todestag: Manfred von Richthofen
- Hitler Attentat: An Bord mit von Stauffenberg
- Kanadisches Fliegerass George Beurling
- Grumman FM-2 Wildcat
- Spitfire PR XI