14.05.2018
Klassiker der Luftfahrt

Vom Trägerflugzeug zum Stolz der Royal Air ForceBlackburn Buccaneer: Der Freibeuter

Fast 35 Jahre flog die Buccaneer für die britischen Streitkräfte. Ursprünglich als Trägerflugzeug für Tiefflugangriffe konzipiert, beendete der robuste Marinebomber seine Karriere bei der Royal Air Force.

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Streng geheim begann die Geschichte der Blackburn Buccaneer. Als einziger Jet neben der A-6 Intruder wurde das Muster speziell für Tiefflugangriffe von Flugzeugträgern aus entwickelt. Die Spezifikation NA.39 der Royal Navy entstand im Sommer 1953 und forderte eine entsprechende Maschine für eine Waffenlast von 1814 kg, die Schiffe unter anderem mit taktischen Nuklearwaffen bekämpfen sollte. Dabei galten die Besonderheiten des Einsatzes auf Flugzeugträgern im Hinblick auf Abmessungen und Landegeschwindigkeit als besondere Herausforderungen. Angesichts der notwendigen Masse wendeten die Konstrukteure von Blackburn Aircraft Ltd. bei ihrem Entwurf B.103 das damals neue Konzept der Grenzschichtbeeinflussung an, um die Landegeschwindigkeit zu reduzieren. Hier zapften Leitungen rund zehn Prozent des Luftstroms aus der siebten Hochdruckverdichterstufe der Triebwerke und führten ihn über die Tragflächen und Steuerflächen. Die dazu benötigte volle Triebwerksleistung ermöglichten bei der Landung zwei große Luftbremsen, die den Heckkonus bildeten. Als Nebeneffekt reduzierte sich die Länge bei voll ausgefahrenen Bremsen um wertvolle 1,2 m, da die Maße der Fahrstühle auf den britischen Trägern die möglichen Abmessungen diktierten. Mit abklappbarer Nase und um 120 Grad nach oben schwenkbaren, äußeren Tragflächen erfüllte der Jet gerade eben die Vorgaben. Eine weitere Neuerung des nach der Flächenregel gestalteten Rumpfs war der drehbare Bombenschacht mit in der Klappe angebrachter Waffenlast, um eine bessere Aerodynamik bei der hohen Angriffsgeschwindigkeiten zu erreichen. Durch die vorgesehenen Tiefflugbelastungen legte Blackburn den Entwurf von Anfang an auf ein langes Strukturleben aus. Die Konstruktion bestand im wesentlichen aus Aluminium mit vielen Stahlverstärkungen und damals neue, aus einem Stück gefräste Rippen und Beplankungen.


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Patrick Hoeveler


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