30.03.2017
Klassiker der Luftfahrt

Vom Trägerflugzeug zum Stolz der Royal Air Force (Teil 3) Triebwerke sind zu schwach

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Die Buccaneer S2 (vorne) erhielt stärkere Triebwerke, die größere Lufteinläufe als bei der S1 (hinten) erforderten. Foto und Copyright: Hawker Siddeley  

 

Mittlerweile hatte der noch als NA.39 bezeichnete Typ sein öffentliches Debut auf der Airshow in Farnborough 1959 gegeben, aber nur im Flug, um die genauen Maße zu verschleiern. Die achte Maschine (XK524) flog bereits am 4. April 1960 und entsprach dem Serienstandard S. Mk 1. Am 26. August 1960 schließlich taufte die Royal Navy ihre neueste Errungenschaft auf den Namen Buccaneer (Freibeuter). Doch schon bald offenbarte sich die bedenklich schwache Triebwerksleistung im Einsatz bei der Erprobungsstaffel No. 700Z Flight im schottischen Lossiemouth. Am 31. August 1961 stürzte die XK529 beim Start von der HMS Hermes ins Wasser. Die Besatzung konnte das Cockpit nicht rechtzeitig verlassen und ertrank. Um solche Tragödien in Zukunft zu verhinden, integrierte Blackburn Sprengschnüre ins Cockpitdach.

Im August 1961 fand auch die erste von mehren Vorführungen für die Marine in Schleswig statt. Trotz anfänglichen Interesses wählten die Marineflieger später jedoch die F-104G Starfighter. Die erste Einsatzstaffel der Royal Navy war die No.801 Squadron, die am 17. Juli 1962 ebenfalls in Lossiemouth aufgestellt wurde. Am 19. Februar 1963 folgte dann der erste Trägereinsatz auf der HMS Ark Royal.
Trotzdem suchte Blackburn seit 1959 nach Alternativen bei der Motorisierung und wählte für die neue Version S. Mk 2 das Rolls-Royce Spey Mk 101 mit einer Leistung von je 49,33 kN. Diese Änderung machte aber eine Vergrößerung der Lufteinläufe und Schubdüsen notwendig. Die erste Serienmaschine XN974 flog am 5. Juni 1964. Am 14. Oktober 1965 ging die S. Mk 2 dann bei 801. Staffel in Dienst.


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Patrick Hoeveler


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