25.04.2018
Klassiker der Luftfahrt

Technologie-KonzeptBells Luftkissen-Landegerät

Im Januar 1968 berichtete die FLUG REVUE über eine Entwicklung von Bell Aerosystems. Ein Luftkissen sollte Starts und Landungen unabhängig von der Beschaffenheit des Untergrunds ermöglichen, ganz gleich ob auf dem Wasser oder an Land. Wir veröffentlichen den Artikel im Wortlaut.

LA-4 Lake beim Start

Das mit dem Air Cushion Landing Gear ausgerüstete Versuchsflugeug Lake LA-4 kurz nach dem Abheben. Im Flug wurde die Luft aus dem Kissen abgelassen. Foto und Copyright: Bell Aerosystems  

 

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Die Firma Bell Aerosystems hat vor kurzem ein neues Landegerät erfolgreich vorgeführt, das auf dem Prinzip des Luftkissens beruht. Die Entwicklung dieses Gerätes, das konventionelle Flugzeuge von harten, glatten Start- und Landebahnen unabhängig machen soll, wurde bereits 1963 eingeleitet. Mit dem neuen Landegerät (Air Cushion Landing Gear) können Flugzeuge auf Schlamm, Sand, Wasser, Schnee und Eis starten und landen. Gegenüber anderen Luftkissenkonstruktionen kann dieses neue Landegerät nach dem Start völlig an dem Rumpf des Flugzeuges angeklappt werden. Das wird durch Ablassen der Luft aus dem aufblasbaren Wulst bewirkt.

Das Gerät wurde von Desmond Earl, dem Projekt-Direktor von Bell, entwickelt. Die Versuchsflüge wurden mit einem LA-4 Lake Amphibium durchgeführt. Das Auf- und Abblasen der Luftkissenwülste wird durch ein von einem kleinen Vierzylindermotor angetriebenes Achsialgebläse vorgenommen. Dieses Gebläse ist im hinteren Rumpfende eingebaut. Durch Schlitze im Rumpf kann die komprimierte Luft entweder in den Wulst geleitet oder über Bord abgeblasen werden. Nachdem der Wulst aufgeblasen ist, tritt Luft aus Hunderten von Düsen an seiner Unterseite aus. Die aus den Düsen des ringförmigen Wulstes austretende Luft bildet ein Luftkissen, das das Flugzeug etwa 25 mm über dem Boden hält.


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Patrick Holland-Moritz


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