15.03.2017
Klassiker der Luftfahrt

Treue Dienste als Seeaufklärer und Frühwarnflugzeug (Teil 2) Einsatz zu "kolonialen Überwachunsgaufgaben"

avro-shackleton-prototyp

Der Prototyp der Avro Shackleton besaß noch einen komplett anders gestalteten Bug als die späteren Varianten. Foto: KL-Dokumentation  

 

Im März 1951 übernahm in Kinloss die No. 120 Squadron die ersten Exemplare. Dort wurde auch die Trainingseinheit No. 236 Operational Conversion Unit ins Leben gerufen. Bis 1952 rüsteten insgesamt sieben Staffeln auf den neuen Seeaufklärer um. Die Einführung lief relativ schnell und reibungslos ab. Dennoch gab es Raum für Verbesserungen. So erwies sich die in einem Gehäuse unter dem Bug angebrachte Antenne als empfindlich gegenüber Vogelschlag und wurde halb versenkbar weiter nach hinten unter den Rumpf verlagert. Die Konstrukteure gestalteten die Nase stromlinienförmiger und fügten zwei 20-mm-Kanonen ein, die nicht zur U-Boot-Bekämpfung, sondern eher für „koloniale Überwachungsaufgaben“ eingesetzt werden sollten. Das Heck verlängerten die Ingenieure konusförmig, wobei das Endstück mit seiner Verglasung als zusätzliche Beobachtungsstation diente. Die neue Variante bekam die Bezeichnung MR Mk.2. Als aerodynamisches Testflugzeug diente der erste Prototyp (VW126), der in seiner neuen Konfiguration erstmals am 19. Juli 1951 flog. Die erste Maschine mit der vollen Ausrüstung stellte die WB833 dar (Erstflug am 17. Juni 1952).

Obwohl die Shackleton bei vielen Einsätzen, Übungen und Verlegungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellte, forderte die Royal Air Force am 18. November 1953 eine weiter verbesserte Version. Die MR Mk.3 verfügte über ein Fahrwerk mit Bugrad und über Zusatztanks an den Flügelspitzen. Der Waffenturm auf der Rumpfoberseite fiel weg, dafür wurde eine Küche eingebaut. Im nicht druckbelüfteten Innenraum erleichterten Lärmdämmmaßnahmen und eine hellere statt der bisherigen schwarzen Verkleidungen das Leben der Besatzung. Schließlich dauerten die Missionen recht lang. Ein Flugzeug blieb einmal 24 Stunden und 21 Minuten in der Luft. Während der Luftfahrtmesse in Farnborough 1960 startete eine Shackleton am Ende des jeweiligen Flugprogramms, um zum Beginn des Displays am nächsten Tag wieder zu landen.


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Patrick Hoeveler


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