07.09.2016
Erschienen in: 06/ 2016 Klassiker der Luftfahrt

AirshowWarbirds over Wanaka 2016

Alle zwei Jahre ist die „Warbirds over Wanaka Airshow“ auf der Südinsel Neuseelands ein Magnet für Besucher aus der ganzen Welt. Das Thema des diesjährigen Flugtags war die Luftschlacht um England. Dafür wurde extra die Bf 109 der Aircraft Restoration Co. aus Duxford auf die andere Seite des Globus gebracht.

Als Gegner des legendären deutschen Messerschmitt-Jägers Bf 109 (es handelt sich hier um einen spanischen Lizenzbau) fungierte natürlich die Spitfire IX (ZK-SPI). Die beiden Ikonen flogen in der Zeit vom 25. bis 27. März mehrfach im Airshow-Programm. Nicht nur diese beiden Stars waren Anlass genug für viele bekannte Gesichter der neuseeländischen Luftfahrtszene, den Weg nach Wanaka anzutreten – unter ihnen natürlich  der Initiator der Show, Sir Tim Wallis.

Auch ein wenig traditionelles Rugby-Flair war gegenwärtig, versprüht von „All Blacks“-Legende Richie McCaw. Er ist Inhaber einer Privatpiloten­lizenz und darf Helikopter sowie diverse Segelflugzeuge fliegen. Die Zuschauer­zah­len sprechen für das Konzept, über 50 000 verfolgten die Vorführungen der Flugzeuge vor dem Bergpanorama. Für eine so entlegene Gegend der Welt eine sehr hohe Zahl.

Vier internationale Streitkräfte nehmen teil

Besonders zu erwähnen ist die Teilnahme von Militärmaschinen aus vier verschiedenen Ländern. So schickte die Royal Australian Air Force eine Hawk, die US Luftwaffe eine C-17 Globemaster, die Armée de l’Air eine CASA CN235-300 und die neuseeländische Luftwaffe zwei Beech T-6C Texan. Eine solche Beteiligung ist auch hierzulande recht selten.

Natürlich standen die klassischen Flugzeuge klar im Vordergrund, und so waren die Warbirds aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs wie immer die absoluten Stars. Nach über 26 000 Stunden der Restaurierung flog die PBY Catalina der New Zealand Catalina Preservation Society erstmals wieder im Programm der Show. Fehlen durften natürlich nicht die üblichen Verdächtigen in den Reihen der Warbirds, wie die einzige flugfähige Avro Anson, etliche North American T-6, die North American P-51 Mustang, der Torpedobomber Grumman Avenger, die Vought Corsair mit ihren markanten Knickflügeln oder die zwei Curtiss P-40 Kittyhawks, um nur einige der Teilnehmer zu nennen.

Vintage Aircraft waren sehr stark vertreten

Stark waren in diesem Jahr auch Vintage Aircraft wie Beech Staggerwing, de Havilland Fox Moth und Dragon Rapide oder die einzige in Neuseeland fliegende Beech 18 vertreten. Air Chatham brachte seine DC-3 mit nach Wanaka, wo diese mit einem weiteren „Rosinenbomber“ flog. Ganz selten bekommt man heute die Convair CV-580 zu Gesicht, doch in Wanaka gab es auch diese zu bewundern. 

Maschinen aus dem Ersten Weltkrieg, für die Neuseeland weltweit anerkannt ist, waren hier nicht anzutreffen. Dafür muss man dann zur Omaka Classic Fighters Airshow fahren. Dort gibt es dann zum Beispiel nicht weniger als sieben Fokker Dr I Dreidecker gemeinsam in der Luft zu bestaunen. Das ist nirgendwo anders auf der ganzen Welt zu sehen. Der Stimmung in Wanaka hat das jedoch absolut keinen Abbruch getan, und so genossen die Zuschauer an den Tagen der Veranstaltung das tolle Wetter und die großartige Show. Für Luftfahrtfans ist Neuseeland nicht nur der Wanaka Airshow, sondern auch der vielen Flugzeuge des Ersten Weltkriegs wegen immer eine Reise wert.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 06/2016

Geoffrey Jones
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