12.05.2017
Erschienen in: 02/ 2015 Klassiker der Luftfahrt

Widerstandskämpfer (Teil 2) Neben der MB 151 entstand die MB 152

KL 02-2015 Bloch MB 152 (1) (jpg)

Erst im dritten Anlauf wurde aus der MB 150 und MB 151 der brauchbare Jäger MB 152. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Deshalb wurde parallel die  MB 152 entworfen, die zunächst den Gnôme-Rhône 14N21 mit 1030 PS nutzte. Nach ihrem Erstflug am 15. Dezember 1938 wurde der 14N25 mit 1000 PS als Serienantrieb ausgewählt. Auch die amerikanischen Motoren Twin Wasp und Cyclone waren erwogen und sogar erprobt worden. Anfang 1939 wurden 400 Serienflugzeuge bestellt. Bis Kriegsausbruch waren davon erst 249 fertiggestellt, darunter einige MB 151, aber überwiegend MB 152. Sogleich bestellte die Regierung nochmals 500 MB 152 nach.

Beim Beginn der deutschen Westoffensive hatte die Armée de l´Air 140 MB 151 und 363 MB 152 bei sieben Staffeln im Bestand. Auch die französischen Marineflieger hatten  noch 16 MB 151. Ihre Feuertaufe erlebte die Bloch am 20. April 1940. Damals gelang einer MB 152 der Abschuss einer schon Flak-beschädigten Junkers Ju 88. Immerhin 146 bestätigte Abschüsse deutscher und italienischer Flugzeuge gehen auf die Bloch-Jäger zurück. 

Mit dem Waffenstillstand unter der Vichy-Regierung endete schon im Juni 1940 die Produktion der MB 152 bei Werknummer 699. Nach dem Ende der Kampfhandlungen und nach schweren Verlusten waren nur noch 320 Flugzeuge einsatzbereit. Nur vier MB 151 der Marineflieger hatten sich noch via Korsika nach Algerien absetzen können. 

Ab 1941 wurde statt der MB 152 die Dewoitine D 520 Standardjäger der Vichy-Luftwaffenverbände im besetzten Frankreich. 173 vorhandene MB 152 wurden als Schulflugzeuge der deutschen Luftwaffe aufgebraucht oder in kleiner Zahl an Rumänien abgegeben. Schon 1939 hatte Griechenland als einziger Exportkunde 25 MB 151 bestellt und davon noch neun Flugzeuge erhalten.

Als verbesserte Abwandlung der Bloch MB 152 entstand schließlich noch die MB 155. Sie hatte vergrößerte Rumpftanks, eine glatte Motorhaube und ein leicht zurückgesetztes Cockpit. Bis zum Produktionsende 1940 wurden jedoch nur noch zehn Flugzeuge fertig.

Als verzweifelt benötigter Jäger spielte die Bloch trotz einiger Unzulänglichkeiten, wie der fehlenden Reichweite, eine wichtige Rolle für Frankreich und erreichte beachtliche Kampferfolge. Der robuste, aber insgesamt untermotorisierte Entwurf litt vor allem unter den chaotischen Umständen seiner Entstehungszeit, als Frankreich in großer Hast seine Luftfahrtindustrie auf die Kriegswirtschaft umstellen musste.

Nach dem Krieg flogen nur noch zwei MB 152 übergangsweise beim militärischen Versuchszentrum in Bretigny bei Paris. Eine dieser Zellen blieb noch jahrzehntelang erhalten, wurde jedoch beim Brand eines Lagerhauses in den neunziger Jahren zerstört.


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Sebastian Steinke


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