10.12.2017
Klassiker der Luftfahrt

Flugbericht1969: Motorsegler Fournier RF-5 im Test

Schon seit einigen Jahren zeichnet sich ein wachsendes Interesse für den Motorsegler ab, und es war nicht allzu übertrieben, wenn man diesen Flugzeugen eine gute Zukunft voraussagte.

Es gehörte aber Mut und unternehmerischer Weitblick dazu, als Produzent zum richtigen Zeitpunkt ein Programm anzukurbeln, das nicht ohne Risiko direkt zum Serienbau führt. Zweifellos ist dies der Firma Sportavia-Pützer in enger Zusammenarbeit mit Fournier gelungen. Mit der Produktion der Motorsegler RF-3 und RF-4 wurde schon nach relativ kurzer Zeit ein weltweiter; guter Ruf errungen.

Mit der neuen RF-5 wird ein Motorsegler vorgestellt, dessen Konzeption deutlich die guten Erfahrungen mit der RF-4 erkennen läßt. Der mit zur Verfügung gestellte Prototyp besaß noch den von Rectimo zusammengebauten 1,6 I VW-Motor mit 60 PS Startleistung. Es handelte sich um die erste Erprobungsmaschine, so daß für die Serie noch einige Änderungen und Verbesserungen zu erwarten waren. Nach einer gründlichen Erprobung im Jahr 1968 konnte dann im Dezember die erste Serienmaschine aus der Halle gerollt werden. Obwohl auch im Prototyp später ein stärkeres Triebwerk zum Einbau gelangte, mit dem auch ein großer Teil zur Erprobung geflogen wurde, zeigte schon die 60 PS-Ausführung erfolgversprechende Leistungen. Mein Bericht bezieht sich auf die Leistungen dieser Maschine mit 60 PS.

Die RF-5 besitzt einen dreiteiligen Flügel mittlerer Streckung. Da die Außenflügel von der RF-4 übernommen wurden, stand ein erprobtes Teil zur Verfügung, das auch den Serienbau rationeller gestaltet. Um dem immer größer werdenden Platzmangel in den Flugzeughallen zu begegnen und gleichzeitig den eigenen Platzbedarf (Kosten) zu verringern, sind die Außenflügel faltbar wie bei Trägerflugzeugen; so daß nur noch 8,74 m Spannweite übrig bleiben. 

Der Unterstellbedarf für ein Holzflugzeug ist leider unumgänglich. Der Vorgang des Anklappens der Flügel ist die Arbeit von 1 bis 2 Minuten: nach Abnehmen der Schlitzverkleidung wird eine Bolzenmechanik entriegelt und der Außenflügel umgeklappt, bis er auf dem Innenflügel aufliegt. Der Querruderanschluß bleibt durch eine gut durchdachte und sehr zuverlässige Schwenkmechanik voll erhalten. Umgekehrt ist nach Zurückschwenken der Außenflügel und Einrasten der Bolzen die Flugbereitschaft sofort wieder hergestellt. Durch die Schlitzverkleidung ist die Bolzenmechanik zusätzlich gesichert. Der Flügel selbst hat konventionellen Aufbau mit einem Kastenholm und einer torsionssteifen Sperrholznase. Auch der Aufbau des Rumpfes ist durch Auslegung als Sperrholzschale einfach. Bei dem ganzen Aufbau des Flugzeuges wurde ein Weg beschritten, der schon der RF-4 großen Erfolg gebracht hat: unkomplizierter Aufbau der ganzen Zelle trotz Klappflügel und Verwendung eines vom VW-Motor abgeleiteten Triebwerks.


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