07.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 32/2017EWR/Republic AVS

Schwenkflügel, ausklappbare Hubtriebwerke und schwenkbare Düsen – der deutsch-amerikanische Advanced-Vertical-Strike-Entwurf aus den 1960er Jahren wäre eines der komplexesten Kampfflugzeuge aller Zeiten geworden.

EWR Republic AVS Projekt

Der deutsch-amerikanische Advanced-Vertical-Strike-Entwurf wurde als möglicher Nachfolger der F-104 Starfighter gehandelt. Foto und Copyright: EWR  

 

Die Idee hinter AVS war es, ab 1975 bei der Luftwaffe die F-104 Starfighter in der Angriffsrolle zu ersetzen. Bei der USAF gab es keinen Bedarf, doch die Amerikaner waren an der Technologie interessiert. Nach ersten Diskussionen zwischen den beiden Ländern und Vorschlägen von diversen Firmen wurde im Dezember 1966 der Entwicklungsring Süd und die Republic Aviation Division von Fairchild Hiller für eine Definitionsphase ausgewählt.

Der auf der Paris Air Show im Juni 1967 erstmals gezeigte AVS-Entwurf lag in der Gewichtsklasse um 20 Tonnen. Als Antrieb waren zwei Strahltriebwerke im Heck vorgesehen, deren Schub nach unten abgelenkt werden konnte. Im Gespräch waren das JTF16 von Pratt & Whitney und das GE 1/10 von General Electric. Die vier Hubtriebwerke, die vorn aus dem Rumpf geschwenkt werden sollten, waren von Allison/Rolls-Royce.

Als Flugleistungen wurden eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 2 und ein Einsatzradius von 650 Kilometer erwartet.

Von deutscher Seite wurden etwa 12 Millionen Mark in das Projekt investiert, an dem zeitweise bis zu 500 Ingenieure arbeiteten. Geplant war der Bau von zwölf Prototypen, doch dazu kam es nicht. Am 31. Januar 1968 entschied sich der Lenkungsausschuss, das AVS-Projekt abzubrechen. Die Zeit der VTOL-Euphorie war vorbei, und in Europa schlossen sich Deutschland, Großbritannien und Italien zur Entwicklung des MRCA (Multi Role Combat Aircraft) zusammen.



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