10.06.2013
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 2013/24: IAI AravaBild der Woche: IAI Arava

Sowohl für den eigenen Bedarf als auch für den Export hat der israelische Flugzeughersteller IAI den leichten zweimotorigen Transporter Arava entwickelt.

BdW 01_2010 IAI Arava

Der Prototyp des zweimotorigen israelischen Transportflugzeugs Arava. Foto und Copyright: © IAI  

 

Der staatseigene Konzern Israel Aircraft Industries (IAI) erhielt Mitte der sechziger Jahre den Auftrag, ein leichtes Transportflugzeug zu entwickeln, das einerseits den Bedarf der israelischen Streitkräfte decken könnte, als auch den Bedarf von ausländischen zivilen und militärischen Betreibern. Die Konstrukteure erhielten ein Lastenheft mit einigen Leistungsdaten, in dem neben der Kurzstart- und Landefähigkeit auch gefordert wurde, dass das neue Flugzeug von unpräparierten Pisten aus betrieben werden könnte, ansonsten hatten sie freie Hand. Diese Freiheit nutzten sie, um ein Flugzeug zu entwerfen, welches wie eine geschrumpfte Version der Noratlas aussah. 1969 war der erste Prototyp (Kennzeichen: 4X-IAI) der zweimotorigen Maschine fertig und rollte am 27. November 1969 auf dem Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv zum Erstflug.

Angetrieben von zwei Turboprop-Triebwerken des Typs Pratt & Whitney Canada PT6A, erreichte die IAI 101 Arava die geforderten Leistungen. 1972 erteilte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA dem unkonventionellen Muster die Zulassung. Die Nutzlast betrug 2.800 kg, bei einem maximalen Startgewicht von 6.800 kg.

Neben der zivilen Variante entwickelte IAI auch eine militärische Version, von der die größte Anzahl gebaut werden sollte. Das als IAI 201 Arava bezeichnete Flugzeug war mit Klappsitzen für bis zu 25 Soldaten ausgerüstet und konnte schnell zu einem reinen Transporter oder einem Medevac-Flugzeug mit Verwundetenliegen umgerüstet werden. Zu den Exportkunden für die IAI 201 gehörten unter anderem Honduras, Papua-Neuguinea und El Salvador. Kommerziell gesehen war die Arava jedoch ein Flop. Es wurden nicht einmal 100 Exemplare gebaut, obwohl die Produktion erst 1988 eingestellt wurde. Für IAI war das Flugzeug jedoch ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem anerkannten Luft- und Raumfahrtkonzern. 

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