05.09.2015
Erschienen in: 04/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Warbird-MekkaWarbird-Museum Planes of Fame in Chino

Vor den Toren von Los Angeles bietet das von Ed Maloney gegründete Planes of Fame Air Museum viele Raritäten aus dem Zweiten Weltkrieg, vor allem aus Japan. Berühmt ist es auch für seine flugfähig restaurierten Warbirds.

Das Geräusch eines starken Kolbenmotors ist unverkennbar und lockt die Besucher aus den Hallen auf die Freifläche des Planes of Fame Air Museum. Dort kommt am offenen Tor zum Vorfeld des Flugplatzes Chino eine FW 190 A-8N zum Stehen. Der Pilot steigt aus, verschwindet im Büro der ebnfalls hir angesiedelten Fighter Rebuilders und überlässt den Jäger-Nachbau den bewundernden Blicken der Fans. Zwar gehört diese Maschine nicht zum Museum, aber die Chancen sind hoch, im Pomona Valley einen der zahlreichen noch flugfähigen Warbirds der einst von Ed Maloney gestarteten Planesof- Fame-Sammlung in Aktion zu sehen.

Die aktuelle Liste des Museums umfasst an die 110 Maschinen, von denen knapp 30 noch aktiv sind, angefangen von der Boeing Peashooter (P-26) aus den 1930er Jahren über berühmte Navy-Jäger wie die F3F oder die F6F-3 Hellcat, die unvermeidliche P-51D Mustang oder die rare Lockheed P-38J Lightning bis hin zu den frühen Jets MiG-15 und F-86F Sabre.

In den sieben an der Nordseite des Platzes gelegenen Hangars sind aber auch sonst jede Menge interessante Muster zu finden. Einen besonders guten Ruf genießt Planes of Fame zum Beispiel für seine Sammlung japanischer Jäger aus dem Zweiten Weltkrieg. Neben einer fl ugfähigen Mitsubishi A6M5 Zero sind auch die bullige Mitsubishi J2M3 Raiden und der Raketenjäger J8M1 Shusui zu sehen. Dazu kommt der Bomber G4M1 der japanischen Marine, der in einer Art Diorama wie an seiner Absturzstelle im Dschungel präsentiert wird. Gleich daneben steht eine Yokosuka MXY-7 Ohka. Mit diesem raketengetriebenen Minifl ugzeug wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Kamikaze-Angriffe auf amerikanische Schiffe geflogen.

Aus Deutschland ist im so genannten „Foreign Hangar“ ein Nachbau der Me 163 Komet ebenso vertreten wie eine Fieseler V-1 und eine Replika des Fokker- Dreideckers. Dazu kommen noch eine ziemlich demolierte Messerschmitt Bf 109, ein Fieseler Storch und ein Heinkel He 162 A-1 „Volksjäger“.

Raritäten bietet auch der Hangar für Jet- und Rennflugzeuge, der Ikonen wie den Gee Bee R-1 Racer (Replika) und ausgefallene Muster wie den Keith-Rider R-6 „Ball Racer“ oder die Salmon Cosmic Wind beherbergt. Replikas der Macchi M-39 und der Curtiss R3C-2 erinnern an die große Zeit der Rennen um die Schneider Trophy.

Im Hangar der 475th Fighter Group sind die flugfähige P-38J Lightning sowie Erinnerungsstücke des berühmten Verbands der US Army Air Force untergebracht. Der Verband wurde in Australien aufgestellt, und seine Piloten schossen während des Einsatzes im Südpazifik nicht weniger als 562 Flugzeuge ab. 42 Asse waren bei der 475th FG im Dienst.

In einem weiteren Hangar hat das Planes of Fame Museum Flugzeuge der US Navy platziert. Hier sind unter anderem die flugfähige F4U-1A Corsair und die Grumman F-9F-5P Panther zu sehen. Dazu kommt das einzige noch erhaltene Exemplar der Ryan FR-1 Fireball, die sowohl mit einem Wright Cyclone als auch mit einem J31-GE- 3-Strahltriebwerk von General Electric bestückt war.

Das Freigelände dient dem Planes of Fame Museum vor allem als Abstellfläche für nicht restaurierte Jets, die sich teils in einem recht schlechten Zustand befinden. So steht der Nachbau einer X-2 derzeit in demontiertem Zustand herum, und auch Muster wie die North American FJ-3 Fury oder die RF-84K Thunderflash könnten einen neuen Anstrich gut gebrauchen.

Aber die Kapazität der freiwilligen Helfer ist wohl auch in den USA nicht unerschöpflich, denn genug zu tun gibt es beim Planes of Fame immer. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs wurde im „Friedkin Hangar“ unter anderem an einer Bell YP-59A Airacomet gearbeitet, die wieder flugfähig gemacht werden soll. Auch ein Sturzkampfbomber Yokosuka D4Y Suisei und eine North American O-47A waren zu sehen, während an der B-25J Mitchell des Museums „normale“ Wartungsarbeiten durchgeführt wurden.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 04/2012



Weitere interessante Inhalte
Aircraft Restoration Company Buchón wird zur JG 27 Bf 109

23.06.2017 - Die Hispano HA-1112-M1L Buchón G-AWHK der Aircraft Restoration Company repräsentiert jetzt die Messerschmitt Bf 109 E-7 des JG 27. Das Original wurde 1941 in Libyen von Werner Schroer geflogen. Die … weiter

Flying Legends Airshow 2017 Berlin Express

20.06.2017 - Ein echtes Highlight der Flying Legends Airshow 2017 wurde heute bekannt gegeben. Die North American P-51B Mustang "Berlin Express" wird die Reise aus den USA nach Duxford machen und während der Show … weiter

Zweiter Weltkrieg Supermarine Spitfire gegen Messerschmitt Bf 109

20.06.2017 - Im Ringen um die Luftherrschaft spielten im Zweiten Weltkrieg Jagdflugzeuge die entscheidende Rolle. Die Industrie auf deutscher und alliierter Seite befand sich im ständigen Wettbewerb um kleine und … weiter

Hispano HA-112 MIL Wüsten-Buchon nach Deutschland verkauft

11.05.2017 - Die Population der fliegenden deutschen Klassiker wächst immer weiter. Neusten Meldungen nach wurde die Hispano Aviación HA-1112 G-AWHE, ein Lizenzbau der Bf 109, nach Deutschland verkauft. Der mit … weiter

Erickson Aircraft Collection Messerschmitt mit Allison-Motor

11.04.2017 - Die Messerschmitt Bf 109 ist eine begehrte Seltenheit, besonders in den USA. Daher entstehen immer wieder Umbauten der spanischen Zellen aus dem Hause Hispano Aviacion. Im Bundesstaat Oregon wurde … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 05/2017

Klassiker der Luftfahrt
05/2017
29.05.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Die deutschen Einflieger
Stinson L-5
Serie Motor Hispano-Suiza
Klemm L25
AEG-Flugzeuge
Supermarine Spitfire
Douglas C-47
Hawker Hurrican