12.10.2016
Klassiker der Luftfahrt

Der Mann auf dem MondNeil Armstrong Air and Space Museum

Als Hommage an den berühmten Astronauten Neil Armstrong dient ein kleines, aber interessantes Museum in seiner Geburtsgemeinde. Highlight für Flugzeugfans ist die seltene Douglas F5D Skylancer.

kl 04-2010-Museum Neil Armstrong (1)

Bei der Douglas F5D Skylancer handelt es sich um eine F4D Skyray mit einem 2,4 Meter längeren Rumpf. Einer der beiden Testpiloten war Neil Armstrong. Foto und Copyright: Hoeveler  

 

Die Fahrt über den Interstate-Highway I-75 führt über scheinbar endlose Felder in Ohio, bis schließlich die Ausfahrt nach Wapakoneta auftaucht. Wenn überhaupt ist das 180 Kilometer nördlich von Cincinnati gelegene Örtchen bekannt als die Geburtsstäte des ersten Mannes auf dem Mond, Neil Alden Armstrong.

An den berühmtesten Bürger der Gemeinde erinnert ein futuristisch, aber auch bunkerähnlich gestaltetes Museum, das bereits im Jahr 1972 seine Eröffnung feierte. Es soll an die Leistungen des Astronauten und des Staates Ohio im Bereich der Raumfahrt erinnern.

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Armstrongs Anzug vom Gemini-8-Weltraumflug. Foto und Copyright: Hoeveler  

 

Da darf ein Stück Original-Mondgestein im Neil Armstrong Air and Space Museum natürlich nicht fehlen. Das Astro-Theater vermittelt den Besuchern einen Eindruck von den Sternen und dient gleichzeitig als Kino. Die Enge in einem Raumfahrzeug demonstriert dagegen die Gemini-8-Rückkehrkapsel. Armstrong und David Scott führten während der Gemini-8-Mission im Jahr 1966 das erste Kopplungsmanöver im All mit der Raketenoberstufe Agena durch.

Die beiden Astronauten mussten jedoch am 17. März vorzeitig zur Erde zurückkehren, da aufgrund von Stabilitätsproblemen die Treibstoffreserven zur Neige gegangen waren. Kleinere Erinnerungsstücke von Apollo 11 sowie zwei Raumanzüge von Armstrong ergänzen die Sammlung. Eine Aeronca 7AC Champion aus den 40er Jahren repräsentiert das erste Flugzeug, das der spätere Raumfahrer geflogen hat.

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Gemini-8-Rückkehrkapsel. Foto und Copyright: Hoeveler  

 

Vor dem Museum steht eine Douglas F5D Skylancer, eine Weiterentwicklung der F4D Skyray. Im Wettbewerb für einen neuen Jäger der US Navy unterlag das am 21. April 1956 erstmals geflogene Muster der Vought F-8 Crusader, so dass nur vier Exemplare gebaut worden sind. Zwei davon gingen später an die NASA und dienten Versuchen mit dem geplanten X-20-Raumgleiter „Dyna-Soar“ der US Air Force. Einer der beteiligten Testpiloten war Neil Armstrong. Nach dem Stopp des Programms bekam die Skylancer mit der NASA-Kennung „708“ Mitte der 60er Jahre einen spitzbogenförmigen Flügel, ähnlich dem der Concorde. Die zweite F5D („802“) diente als fliegender Simulator und Begleitflugzeug der Northrop M2-F2, einem sogenannten Lifting-Body, bei dem der Auftrieb nicht durch Tragflächen, sondern durch den Rumpf erzeugt wird. Die „802“ wurde nach ihrer Außerdienststellung im Mai 1970 dem Museum übergeben. Eine zweite Skylancer existiert übrigens noch in einer privaten Sammlung in Oregon.

Museumsinfo

Adresse: Armstrong Air & Space Museum, Apollo Drive, PO Box 1978, Wapakoneta, OH 45895-1978, USA
Internet: www.armstrongmuseum.org
Telefon: 001 419 738 8811
Öffnungszeiten: 
Oktober bis März: Dienstag bis Samstag von 9.30 bis 17 Uhr, Sonntag von 12 bis 17 Uhr 
April bis September: Montag bis Samstag von 9.30 bis 17 Uhr, Sonntag 12 bis 17 Uhr
Eintritt: 8 Dollar, Kinder 4 Dollar 
Fotomöglichkeit: Fotografieren ist erlaubt.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 04/2010

Mehr zum Thema:
Patrick Hoeveler



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