19.10.2015
Erschienen in: 06/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

PalmdaleFlugzeugsammlung Joe Davies Heritage Airpark

Kaum 50 Kilometer Luftlinie von der Edwards AFB entfernt liegt der Air Force Plant 42. Auf dem seit 1940 genutzten Flugplatzgelände wurden die Space Shuttles, die TriStar und der B-1-Bomber gebaut. An der Avenue P nahe des Antelope Valley Freeways findet sich heute auch ein Freigelände mit knapp zwei Dutzend historischen Flugzeugen.

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Nach dem Ende des Kalten Krieges reorganisierte Lockheed seine legendären „Skunk Works“ und verlegte die Abteilung für geheime High-Tech-Entwicklungen vom traditionsreichen Gelände am Flugplatz von Burbank nach Palmdale. Dort bezogen die Ingenieure die sogenannte Site 10 auf dem Gelände des Air Force Plant 10, einen großen Hangar, der Ende der 1960er Jahre für die Serienfertigung des Verkehrsjets L-1011 TriStar gebaut worden war.

Nicht weit davon entfernt sind seit November 1991 an der Avenue P einige der berühmtesten Flugzeuge aus der Feder von Clarence „Kelly“ Johnson zu sehen. Nur im Blackbird Airpark findet man einen Mach-3-schnellen Langstreckenaufklärer Lockheed SR-71A zusammen mit seinem Vorgänger A-12, der D-21-Drohne und dem Höhenaufklärer U-2D sowie dem ersten Stealth-Produktionsmuster F-117A.

Die A-12 mit der USAF-Kennung 60-6924 ist das erste gebaute Flugzeug der Serie, das am 26. April 1962 in Groom Lake zum Jungfernflug abgehoben hatte. Es war während seiner kompletten aktiven Zeit für Flugversuche im Einsatz. Die SR-71A (Kennung 64-17973) flog von 1968 bis 1987 beim 9th Strategic Reconnaissance Wing in Beale AFB und musste dann nach einer schweren Beschädigung außer Dienst gestellt werden. Die U-2D schließlich (Kennung 56-6721) war viele Jahre in Edwards AFB aktiv und dann zunächst auf dem March Field ausgestellt.

Seit März 2008 steht auch eine F-117A im Blackbird Airpark. Bei der 79-10783 handelt es sich um die vierte Versuchsmaschine des „Senior-Trend“-Programms („Scorpion 4“), die zuletzt bei der 410th Flight Test Squadron in Palmdale geflogen war. Sie wurde vom Air Force Flight Test Center Museum zur Verfügung gestellt, das auch für den Betrieb des Airparks zuständig ist.

Die Sammlung von Flugzeugen gleich nebenan im Joe Davies Heritage Airpark gehört dagegen der Stadt Palmdale. Diese begann im Oktober 1998 mit einer Startinvestition von 90 000 Dollar (damals etwa 160 000 DM) mit der Herrichtung des Geländes. Langfristiges Ziel ist es dabei, rund 40 Flugzeuge zusammen zu bekommen, um die Geschichte des Air Force Plant 42 zu dokumentieren. Die offizielle Eröffnung der nach einem früheren Kommandeur des Plant 42 benannten Sammlung fand am 6. August 2004 statt.

Inzwischen sind 17 Flugzeuge zu sehen, darunter als beeindruckendstes Muster eine Boeing B-52F Stratofortress. Der Bomber ist eine Leihgabe des National Museum of the United States Air Force und wurde 2008 in Einzelteilen vom Oklahoma State Fairgrounds nach Palmdale gebracht – eine Aktion, die trotz vieler freiwilliger Helfer mit 440 000 Dollar (300 000 Euro) für die Stadtkasse zu Buche schlug.

Als erstes Muster des damals noch Plant 42 Heritage Airpark genannten Projekts wurde eine North American F-100D Super Sabre aufgestellt, die einst vom Kunstflugteam Thunderbirds für eine Asien-Tournee benutzt worden war. Weitere Muster der 100er-Serie von US-Kampfjets sind die McDonnell F-101F Voodoo (gekauft vom Kal Aero Service) und die Republic F-105G Thunderchief. Der Lockheed F-104 Starfighter des Airparks flog lange Zeit bei der Air Force Test Pilot School in Edwards AFB und wurde dort auch von dem berühmten Testpiloten „Bob“ Riedenauer benutzt.

Neben USAF-Mustern wie der F-86 Sabre und den Trainern T-33A und T-38A Talon hat der Airpark auch einige Maschinen der US Navy im Bestand, die vom National Museum of Naval Aviation zur Verfügung gestellt werden.

Die A-7D Corsair II wurde als Schrott vom China Lake Naval Weapons Center geborgen, während die Gumman F-14D Tomcat nach ihrer Ausmusterung im September 2006 nach Palmdale einflog.

Zu den zivilen Ausstellungsstücken gehören eine C-140 JetStar, die von der NASA in Dryden für Forschungsaufgaben verwendet wurde, und Burt Rutans Triumph 143, der Prototyp eines Geschäftsreisejets, der in den 1980er Jahren im Auftrag von Beechcraft entwickelt worden war. Neuestes Ausstellungsstück und zugleich ältestes Flugzeug im Freigelände an der Avenue P ist eine Curtiss C-46 Commando. Fünf Jahre waren freiwillige Helfer damit beschäftigt, den einst in Alaska eingesetzten Transporter in mühseliger Kleinarbeit wieder aufzubauen.


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