05.11.2012
Klassiker der Luftfahrt

Fantasy of Flight Polk City Kermit WeeksEin Traum von einem Museum: Fantasy of Flight

Mit dem Museum Fantasy of Flight hat sich der Kunstflugpilot und Mäzen Kermit Weeks einen Traum erfüllt: Er hat ein lebendiges Museum geschaffen, dessen Exponate fast alle noch flug- oder fahrbereit sind.

Kermit Weeks ist ein Visionär und ein absolut passionierter Pilot. Als seine Flugzeugsammlung Anfang der neunziger Jahre bei einem Wirbelsturm schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, fasste er schnell den Entschluss, die Sammlung in neuer Form und an neuer Stelle dem Publikum wieder zu präsentieren. Nach relativ kurzer Suche war mit Polk City zwischen den Städten Orlando und Tampa in Florida ein Standort gefunden, der alle Voraussetzungen dafür bot, dass Weeks sich seinen Traum vom idealen Luftfahrtmuseum erfüllen konnte.

Heute beherbergt das Fantasy of Flight genannte Museum eine Vielzahl von flugbereiten Luftfahrzeugen sowie einige fahrbereite Oldtimer-Automobile. Fantasy of Flight ist ein aktives Museum. Die Zuschauer werden aufgefordert, mitzumachen und nicht nur passiv die Exponate zu bestaunen. Schon beim Einbiegen auf den Parkplatz erhalten die Zuschauer einen Eindruck von der Qualität der ausgestellten Flugzeuge: Eine Lockheed L-1649 in den Farben der Lufthansa begrüßt die Besucher. Sie ist eines der wenigen Flugzeuge, die allerdings nicht mehr in flugbereitem Zustand sind - und sie wird auch nicht mehr in die Luft gehen, eine Restaurierung dieses Luftverkehrsveteranen wäre zu aufwändig. 

Allerdings schrecken große Flugzeuge Kermit Weeks nicht ab. Zu den flugbereiten Exponanten, die die Besucher in Polk City, sehen können, gehören eine Short Sunderland, eine Douglas C-47 sowie eine PBY Catalina - alles keine kleinen Warbirds. Weitere Schmuckstücke der Sammlung sind eine extrem seltene North American P-51C in den Farben der 322nd Fighter Group. Diese Einheit schrieb Geschichte, denn sie war die erste Kampfeinheit der US Army Air Force mit farbigen Piloten. Im Zweiten Weltkrieg machte sie vor allem als Begleitstaffel für Bomber in Europa positiv von sich reden.

Weitere Exponate bei Fantasy of Flight sind. DH.822 Tiger Moth, Bücker 133 Jungmeister, Martin B-26 Marauder, Standard J-1 Jenny, Granville Brothers Gee Bee, Brown B-2 Racer "Miss Los Angeles", Curtiss TP-40N Warhawk, Polikarpow Po-2, Ryan NYP "Spirit of ST. Louis", Chance Vought F4U Corsair, Bachem Natter und V-1. Und diese Auflistung ist nicht vollständig.

Das Museum erweitert seine schon recht umfangreiche Sammlung ständig. Sei es, dass neue Projekte in den eigenen Werkstätten restauriert werden, sei es durch Zukäufe. Die Werkstätten und die Depots des Fantasy of Flight sind zugänglich, wenn man an einer der Rundfahrten über das Gelände teilnimmt. Auch wenn der Eintrittspreis in das Fantasy of Flight mit 28,95 Dollar für Erwachsene zunächst hoch erscheint, lohnt sich dieser Betrag, denn eine solche Vielfalt an fliegenden Flugzeugen und historischen Nachbauten findet man in wenigen Museen. Und mit ein bisschen Glück trifft man auch den Museumsgründer Kermit Weeks selber, wenn er nach einem Flug mit einem seiner Warbirds zurück in den Hangar rollt.

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Volker K. Thomalla



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