09.08.2017
Erschienen in: 02/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Westbesucher im Wunderland (Teil 3) Riesiges Freigelände mit Transportern und Helikoptern

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Die JH-7 flog 1988 und steht nach wie vor im Dienst. Foto und Copyright: Bernd Langenstein  

 

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Transportflugzeuge bekommen im China Aviation Museum selbstverständlich auch ihren gebührenden Platz. Sie stehen östlich der Heldenallee auf einer großen Rasenfläche. Vertreten sind nicht nur bekannte Modelle wie die Iljuschin Il-62 der Fluggesellschaft CAAC und die Curtiss C-47 Commando sondern auch Muster, die man hier nicht vermuten würde, wie eine Convair 240 die vom Central Air Transport (Taiwan) erbeutet und dann von der CAAC benutzt wurde. Antonow ist mit der An-12 „Cub“ und der An-24 „Coke“ ebenso vertreten wie Iljuschin mit der Il-12, der Il-14 und der Il-18. Dazu kommt die Eigenentwicklung Y-11 aus Harbin.

Etwas in der Ecke stehen die Hubschrauber, bei denen sich China einmal mehr lange auf sowjetische Muster und deren Weiterentwicklung abstützte. Erstes Lizenzbaumuster war die Mil Mi-4, die als Z-5 bei Harbin gefertigt wurde. Dort startete 1966 auch die Entwicklung des ersten eigenen Helikopters. Die einmotorige Z-6, die 1969 zum Erstflug abhob, kam aber mangels Leistung über eine Kleinserie nicht hinaus.

Neben den Helikoptern finden sich eine ganze Reihe von mobilen Radarstationen sowie eine umfangreiche Sammlung von Luftabwehrgeschützen und Luftabwehrraketen. Ein typisches Modell hier ist die so genannte HQ-2, die auf Distanzen von bis zu 34 Kilometern auch gegen hoch fliegende Ziele eingesetzt werden konnte.

Wenn man es durchs Freigelände geschafft hat, steht noch die große Ausstellungshalle auf dem Plan. Diese wurde 2009 zum 60. Jahrestag der Gründung der Luftstreitkräfte der Volksbefreiungsarme aufwändig neu gestaltet. Zahlreiche Wandtafeln, die leider nur chinesisch betextet sind, erzählen die Geschichte der Streitkraft wie zum Beispiel den Einsatz im Koreakrieg. Auch die Rolle des Flugzeugs bei der „Befreiung“ Tibets in den 1950er Jahren wird propagandistisch gefärbt erzählt. Die USA kommen als Gegner in den Zeiten des Kalten Kriegs vor, mit einer abgestürzten Aufklärungsdrohne Lockheed D-21 als passende Trophäe.

Dominantes Flugzeug im Hauptraum ist der Bomber Xian H-6, der auch heute noch im Dienst steht. Gleiches gilt für die Jagdbomber JH-7 vom gleichen Herstellerwerk. So schafft die Ausstellung den Übergang zu den aktuellen Entwicklungen wie dem Kampfjet J-10 von Chengdu. Dieser ist in Form des ersten Prototyps „1001“ präsent, der Mitte der 1990er Jahre erstmals flog. Selbst die J-11, eine nicht genehmigte Kopie der Su-27, die im letzten Jahrzehnt in Shenyang entstand, ist bereits zu sehen. So deckt das China Aviation Museum die Geschichte der Luftstreitkräfte des Landes in einer beeindruckend kompletten Form ab.


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Bernd Langenstein


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