07.03.2012
Klassiker der Luftfahrt

Junkers Ju 52/3m: Erstflug vor 80 Jahren

Am 7. März 1932, mitten in der Weltwirtschaftskrise, hatte die Junkers Ju 52/3m ihren Erstflug. Da die als Frachtflugzeug ausgelegte Ju 52/1m nicht den erhofften Absatz fand, sollte die dreimotorige Passagierversion dem Junkers-Luftverkehr aus der Krise helfen.

Ju 52/3m Richthofen

 

 

Basierend auf den Erfahrungen mit der Junkers G 31 begannen die Konstrukteure um Ernst Zindel 1929 mit der Entwicklung der Ju 52. Das zunächst als einmotorige Frachtmaschine geplante Flugzeug bestand aus einem Duralprofil-Gerüst mit einer drei Millimeter dicken Wellblech-Beplankung. Diese bewährte Bauweise sorgte nicht nur für ein geringes Gewicht, sondern auch für große Stabilität, Sicherheit und Lebensdauer – was maßgeblich zum späteren Ruf der Ju 52 beitrug. Eine aerodynamische Neuerung, der „Junkers-Doppelflügel“, bewirkte ausgezeichnete Langsamflugeigenschaften. Besonderen Wert legten die Konstrukteure auf einen gut zugänglichen Hauptladeraum mit 19,6 Kubikmetern Inhalt. Im September 1930 folgte der Erstflug der Ju 51/1m, 1931 die Musterzulassung.

Die von Junkers in den Frachter gesetzten Hoffnungen erfüllen sich wegen der Wirtschaftskrise jedoch nicht. Wesentlich vielversprechender erschien die Weiterentwicklung zum dreimotorigen Passagierflugzeug. Erste Versuche zum Umbau in eine Dreimot erfolgten im April 1931 bei der Luft Hansa. Die von Zindel geplante Ju 52/3m sollte 17 Reisende samt Gepäck und Fracht komfortabel bis zu 1300 Kilometer weit befördern können.

Ende 1931 wurde die erste, für Bolivien bestimmte Ju 52/3m mit der Werknummer 4008 fertiggestellt. Sie verfügte über ein festes Fahrwerk und drei 550-PS-Sternmotoren von Pratt & Whitney, für die BMW später die Lizenz erwarb. Ohne Motorenverkleidung und Inneneinrichtung startete sie am 7. März 1932 zu ihrem Erstflug. Bald gingen weitere Bestellungen aus dem In- und Ausland ein. In Zusammenarbeit mit der Luft Hansa konnte die Reisegeschwindigkeit auf 250 Stundenkilometer gesteigert werden. Der Alpenrundflug und die Bewertung der Ju 52/3m als technisch hochwertigstes Verkehrsflugzeug verschafften ihr weitere Bekanntheit. Damit hatte Junkers nicht nur die wirtschaftliche Krise überwunden, sondern auch ein Flugzeug entwickelt, das zunächst im zivilen Luftverkehr und, während des Zweiten Weltkriegs, im militärischen Lufttransport einen legendären Ruf erlangen sollte.




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