13.06.2017
Erschienen in: 05/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

Erfolgreicher JägerVought F4U Corsair

Jäger, Jagdbomber, Aufklärer und Erdkämpfer – die Corsair war währen des Zweiten Weltkriegs sehr vielseitig im Einsatz. Vor allem auf dem pazifischen Kriegsschauplatz überzeugte die F4U mit einem exzellenten Abschussverhältnis gegen die Japaner.

kl 05-2014 F4U Corsair (01)

Die letzte Baureihe der Corsair war die F4U-7. Hier ein Exemplar der Aéronavale. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

IN DIESEM ARTIKEL

Die rassige Corsair ringt mit der Mustang und der Spitfire um den Titel des erfolgreichsten Jägers der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Die F4U war der über den längsten Zeitraum gebaute amerikanische Jäger im Zweiten Weltkrieg und auch der letzte Kolbenmotorjäger, der für amerikanische Streitkräfte produziert wurde.

Unter der Firmenbezeichnung V-166B hatte Konstrukteur Tex B. Beisel seit Anfang 1938 den Ganzmetallentwurf auf eine Anforderung der US Navy für ein Trägerflugzeug hin entwickelt. Die Navy forderte Landflugzeugen ebenbürtige Flugeigenschaften und Höchstgeschwindigkeiten, aber gleichzeitig eine extreme Langsamflugtauglichkeit mit einer Strömungsabrissgeschwindigkeit von nur 113 km/h.

Beisel entschied sich für den kleinstmöglichen Rumpf in Verbindung mit dem stärkstmöglichen Motor, dem gewaltigen Pratt & Whitney XR-2800 Double Wasp mit 2000 PS. Mit Hilfe eines markanten Knickflügels, in dessen Knick sich das nach hinten einfahrende Hauptfahrwerk verbarg, verschaffte Beisel der mit vier Metern Durchmesser riesigen Vierblatt-Luftschraube die nötige Bodenfreiheit. Die Flügelspitzen außerhalb des Hauptfahrwerks konnten zum Parken hochgeklappt werden.

kl 05-2014 F4U Corsair (02)

Der erste Prototyp der Einsatzversion F4U-4XA startete am 19. April 1944 zum Erstflug. Er entstand aus einer umgebauten F4U-1. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Am 30. Juni 1938 erhielt Chance Vought den offiziellen Auftrag, einen Prototyp zu bauen. Er startete als XF4U-1 mit Testpilot Lyman A. Bullard Jr. am Steuer am 29. Mai 1940 zum Erstflug. Der Jungfernflug, er musste wegen gefährlicher Schwingungen abgebrochen werden, förderte schwierige Handlingeigenschaften der Corsair zutage, die ihr dann in jahrelanger Feinarbeit abgewöhnt werden mussten. 

Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 650 km/h beeindruckte die Corsair die Navy dennoch so stark, dass diese im Juni 1941 einen ersten Serienauftrag für 584 Flugzeuge erteilte. Die Serienflugzeuge erhielten ein nach hinten versetztes Cockpit mit Panzerung, um einen zusätzlichen Rumpftank einbauen zu können. Ursprünglich vorgesehenes Tankvolumen im Vorflügel war wegen des Einbaus einer verstärkten Bewaffnung mit nun sechs Maschinengewehren in den Flügeln, verloren gegangen. 

Trägerversuche im September 1942 offenbarten die nun sehr schlechte Sicht aus dem Cockpit, vor allem bei der Landung. Sie führte dazu, dass frühe Corsairs ausschließlich bei landgestützten Einheiten eingesetzt wurden. Weitere Corsair-Produktionsaufträge ergingen dennoch an Brewster (F3A-1) und Goodyear (FG-1). Erst ab der 689. F4U-1 erhielt die Corsair ein hochgesetztes Cockpit für eine bessere Sicht. 


WEITER ZU SEITE 2: Duelle mit MiG-Jets über Korea

1 | 2 | 3 |     
Mehr zum Thema:
Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Aircraft Restoration Company Buchón wird zur JG 27 Bf 109

23.06.2017 - Die Hispano HA-1112-M1L Buchón G-AWHK der Aircraft Restoration Company repräsentiert jetzt die Messerschmitt Bf 109 E-7 des JG 27. Das Original wurde 1941 in Libyen von Werner Schroer geflogen. Die … weiter

Testbericht aus dem Jahr 1967 Braunschweig SB 8: Leistungssegler der offenen Klasse

21.06.2017 - Am 25. April 1967 kam die damals hochmoderne SB 8 der Akaflieg Braunschweig erstmals in die Luft. Der Offene-Klasse-Einsitzer war das erste Wölbklappenflugzeug der Akaflieg und gehörte zu den ersten … weiter

Old Rhinebeck Aerodrome Spirit of St. Louis-Nachbau fliegt

21.06.2017 - Auf dem Old Rhinebeck Aerodrome an der amerikanischen Ostküste hob am 5. Dezember 2015 ein Nachbau der „Spirit of St. Louis“ erstmals ab. Im Cockpit saß Konstrukteur Ken Cassens. … weiter

Aus den Protokollen des Generalluftzeugmeisters Kostenexplosion der Lastensegler Me 321 und Ju 322

21.06.2017 - Aus der Zeit nach der Übernahme der Funktion des Generalluftzeugmeisters seitens Erhard Milch (zwei Tage nach Ernst Udets Selbstmord) am 19. November 1941, sind zigtausende Seiten Protokolle und … weiter

Flying Legends Airshow 2017 Berlin Express

20.06.2017 - Ein echtes Highlight der Flying Legends Airshow 2017 wurde heute bekannt gegeben. Die North American P-51B Mustang "Berlin Express" wird die Reise aus den USA nach Duxford machen und während der Show … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 05/2017

Klassiker der Luftfahrt
05/2017
29.05.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Die deutschen Einflieger
Stinson L-5
Serie Motor Hispano-Suiza
Klemm L25
AEG-Flugzeuge
Supermarine Spitfire
Douglas C-47
Hawker Hurrican